Die Ray-Ban Meta Blayzer Optics (Gen 2) ist eine von zwei neuen Smart Glasses, die Meta und EssilorLuxottica Ende März 2026 angekündigt haben. Sie richtet sich erstmals gezielt an Brillenträger und lässt sich mit Einstärken-, Gleitsicht- und Transitions-Gläsern ausrüsten. Ein ausführlicher Test bei heise online zeigt, wie weit die KI-Brille im Alltag trägt.
EssilorLuxottica und Meta erweiterten Ende März 2026 ihr gemeinsames KI-Brillen-Portfolio um zwei optikorientierte Modelle: die hier getestete Blayzer Optics (Gen 2) mit rechteckigem Gestell in den Größen Standard und Large sowie die rundere Scriber Optics (Gen 2). Beide setzen auf übersteile Scharniere mit zehn Grad extra Rotationsfreiheit, wechselbare Nasenpads und vom Optiker anpassbare Bügelenden. Der Einstiegspreis liegt bei 499 US-Dollar beziehungsweise 469 Euro. In Deutschland sind die Modelle unter anderem über Apollo-Optik, Ray-Ban.com und Meta.com erhältlich.
Im Mittelpunkt der neuen Optics-Linie steht die Sehstärke. Während die bisherigen Ray-Ban-Meta-Modelle Gläser nur zwischen minus 6 und plus 4 Dioptrien unterstützten, gibt Meta für Blayzer und Scriber eine deutlich erweiterte Spanne von minus 12 bis plus 6 Dioptrien an. Direkt über den Meta-Online-Store gilt nach Auskunft eines Meta-Sprechers gegenüber The Verge weiterhin die Enge von plus minus 6; wer stärkere Werte braucht, muss die Brille in einer Filiale von LensCrafters, Apollo oder einem anderen EssilorLuxottica-Optiker anpassen lassen. Kombiniert werden können die Gläser als Einstärke, Gleitsicht oder selbsttönende Transitions-Variante.
Tragekomfort und Anpassung
Der heise-Test attestiert der Blayzer Optics (Gen 2) ein deutliches Plus an Tragekomfort gegenüber den bisherigen Ray-Ban-Meta-Modellen. Die übersteilen Scharniere, die wechselbaren Nasenpads und die durch den Optiker biegbaren Bügelenden lassen sich laut Tester auf individuelle Gesichtsformen zuschneiden, was besonders für Träger, die die Brille den ganzen Tag tragen, ins Gewicht fällt. Die schlanke, leichtere Bauform unterstützt diesen Eindruck; das insgesamt unauffälligere „Brillengefühl“ wird im Test positiv hervorgehoben. Die vier Farben Mattschwarz, Transparentschwarz, Transparent-Dunkloliv sowie die saisonalen Töne Matt-Eisgrau und Steinbeige runden das Bild ab, dazu kommt ein neues dunkelbraunes Ladeetui.
Bild, Ton und Metas KI-Assistent
Technisch bleibt die Blayzer Optics (Gen 2) auf dem Stand der zweiten Ray-Ban-Meta-Generation: Eine integrierte Kamera nimmt Fotos und kurze Clips auf, offene Ohrhörer spielen Musik und Anrufe aus, und ein Sprachassistent bindet Metas KI ein. Neu ist eine eigene Aktionstaste, die Meta AI mit einem Druck startet und persönliche Shortcuts auslöst. Für die KI-Funktionen kündigte Meta unter anderem handsfreies Ernährungs-Tracking per Foto, WhatsApp-Zusammenfassungen direkt auf der Brille sowie ein „Neural Handwriting“ genanntes Eingabeschema an, das schrittweise ausgerollt wird. Im Test bei heise wird die Sprach- und Bildsteuerung als die Stärke der Brille beschrieben, auch wenn die KI wie bei allen aktuellen Modellen noch nicht durchgängig zuverlässig arbeitet.
Laufzeit, Bedienung und Fazit
Die Akkulaufzeit orientiert sich am bekannten Ray-Ban-Meta-Muster: Ein Ladeetui sorgt für mehrere Nachladungen unterwegs, im Dauerbetrieb bleibt die Brille aber auf einige Stunden begrenzt. Die Bedienung läuft über Tasten an den Bügeln, Spracheingabe und die Meta-View-App auf dem Smartphone. Das Fazit des heise-Tests fasst zusammen, dass die Blayzer Optics (Gen 2) weniger ein Sprung in der Technik ist als in der Alltagstauglichkeit: Wer ohnehin eine Sehstärke braucht, bekommt erstmals eine Smarte Brille, die sich wie eine normale anpassen lässt, ohne auf Kamera, Ton und Metas KI zu verzichten. Für reine Gaming- oder AR-Anwendungsfälle mit Bild-in-Brille bleibt die separately erhältliche Meta Ray-Ban Display die passendere Wahl.
