GTA 6: Rockstar Games gerät zunehmend unter politischen Druck

Rockstar Games gerät in Großbritannien weiter unter Druck. Nach der Entlassung von mehr als 30 Entwicklern im Oktober 2025 weist die Independent Workers‘ Union of Great Britain (IWGB) eine aktuelle Stellungnahme des Studios zurück. Darin wirft die Gewerkschaft Rockstar vor, die Öffentlichkeit mit „Desinformation“ zu konfrontieren und die Kündigungen im Nachhinein rechtfertigen zu wollen.

Auslöser ist eine erneute Stellungnahme der IWGB sowie eine Erklärung von Rockstar Games und dem Mutterkonzern Take-Two Interactive. Das Unternehmen betonte gegenüber IGN, dass die betroffenen Mitarbeiter wegen schwerer Verstöße gegen interne Regeln entlassen wurden. Konkret war von der Weitergabe sensibler Informationen zu nicht angekündigten oder in Entwicklung befindlichen Spielen die Rede. Rockstar sieht darin einen klaren Bruch arbeitsvertraglicher Pflichten.

Die IWGB widerspricht dieser Darstellung. Nach Angaben der Gewerkschaft sprachen die Entwickler in einem geschlossenen Forum vor allem über Arbeitsbedingungen. Diese internen Diskussionen würden nun fälschlich als Leaks dargestellt, um die Kündigungen zu legitimieren. Die wechselnden Begründungen des Unternehmens bezeichnet die IWGB als Versuch, Kritik abzuwehren und die eigentlichen Hintergründe zu verschleiern.

Britische Politik nimmt den Fall auf

Der Fall erlangte inzwischen auch politische Aufmerksamkeit. Mehrere britische Abgeordnete forderten eine Prüfung der Vorgänge, wie die BBC berichtet. Zudem kündigte Premierminister Keir Starmer an, dass sich das zuständige Ministerium mit den Entlassungen befassen werde. Es gebe ernsthafte Fragen zur Einhaltung des Arbeitsrechts, denen nachgegangen werden müsse.

In den vergangenen Wochen wuchs auch der Druck durch Mitarbeiter des Unternehmens. Hunderte Rockstar-Angestellte solidarisierten sich öffentlich mit den Entlassenen, zudem kam es zu Protesten an mehreren Standorten, darunter vor dem Rockstar-North-Studio in Edinburgh. Über 200 Entwickler unterzeichneten einen offenen Brief, in dem die Wiedereinstellung der Betroffenen gefordert wird.

Offene Frage: Gericht oder Politik

Die IWGB hat im November rechtliche Schritte gegen Rockstar eingeleitet und wirft dem Studio Gewerkschaftsfeindlichkeit vor. Ob der Konflikt vor Gericht oder auf politischer Ebene geklärt wird, ist offen. Klar ist jedoch, dass der Streit die Debatte über Arbeitsbedingungen, Transparenz und Gewerkschaftsrechte in der Spieleindustrie erneut angefacht hat.

Im Hintergrund läuft bei Rockstar die Arbeit an GTA 6, dessen Veröffentlichung für den 19. November 2026 vorgesehen ist. Nach zwei Verschiebungen bleibt der Termin eine der größten offenen Fragen der Branche, zumal Take-Two-Chef Strauss Zelnick ein „unvergleichliches Blockbuster-Erlebnis“ in Aussicht gestellt hat.

Quellen: BBC News, IGN, IWGB Game Workers

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