CWA reicht Unfair-Labor-Practice-Beschwerde gegen Microsoft nach Xbox-Entlassungen ein

Die Gewerkschaften Communications Workers of America (CWA) und CWA Canada haben am 15. Juli 2026 gemeinsam eine Unfair-Labor-Practice-Beschwerde gegen Microsoft beim National Labor Relations Board eingereicht. Der Vorwurf: Microsoft habe im Zuge der jüngsten Xbox-Entlassungen gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte rechtswidrig gekündigt, ohne die vertraglich vorgesehenen Verhandlungen zu führen.

Auslöser ist die Ankündigung vom 6. Juli 2026, mit der Microsoft die sofortige Streichung von 1.600 Xbox-Stellen bekanntgab, weitere 1.600 sollen im laufenden Fiskaljahr folgen. Betroffen sind unter anderem Activision, Blizzard, King, Mojang, Xbox Game Studios sowie die ZeniMax-Studios Arkane, Bethesda Game Studios, id Software und MachineGames. Zusätzlich verkaufte Microsoft die Studios Compulsion Games, Double Fine, Ninja Theory und Undead Labs.

Vorwurf: Entlassungen ohne Verhandlung in Montreal

Im Zentrum der Beschwerde steht Bethesda Game Studios Montreal. CWA Canada wirft Microsoft vor, dort Beschäftigte entlassen zu haben, ohne zuvor mit der Gewerkschaft zu verhandeln, wie es Bad-Faith-Bargaining-Regeln eigentlich vorschreiben. „Microsoft hat Beschäftigte in Montreal ohne Verhandlung entlassen“, sagt CWA-Canada-Präsidentin Carmel Smyth. Die Betroffenen arbeiteten unter anderem an Fallout und The Elder Scrolls. CWA-Vizepräsident Frank Arace ergänzt: „Diese Beschäftigten werden nicht wie Wegwerfware behandelt werden.“

Am 15. Juli begleiteten Protestkundgebungen an mehreren Xbox-Studio-Standorten die Beschwerde. Microsoft reagierte mit einem Statement, in dem das Unternehmen das Recht der Beschäftigten betont, sich gewerkschaftlich zu äußern, und erklärt, man habe die Gewerkschaft bereits kontaktiert, um sogenannte Effects Bargaining, also Verhandlungen über die Auswirkungen der Entlassungen, aufzunehmen.

Wiederholtes Muster bei Xbox-Studios

Die aktuelle Beschwerde reiht sich in eine längere Geschichte gewerkschaftlicher Konflikte bei Xbox-Studios ein. ZeniMax Workers United-CWA hatte bereits zuvor mit Streiks bei Microsoft-Studios auf Themen wie Outsourcing und Return-to-Office-Pflichten aufmerksam gemacht. Das NLRB muss nun prüfen, ob die Vorwürfe zu Bad-Faith-Bargaining und Vertragsbruch zutreffen.

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