Xbox Entertainment Studios geschlossen: Phil Spencer bestätigt Aus für Microsofts TV-Sparte

Microsoft schließt seine eigene TV- und Original-Content-Sparte Xbox Entertainment Studios. Phil Spencer, Leiter der Xbox-Sparte und der Microsoft Studios, bestätigte am 17. Juli 2014 das Aus für die in Santa Monica ansässige Einheit. Der Schritt ist Teil der von Konzernchef Satya Nadella am selben Tag verkündeten Streichung von bis zu 18.000 Stellen, der bis dahin größten Personalreduzierung in der Unternehmensgeschichte. Der Großteil der Kürzungen entfiel auf die zuvor übernommene Handysparte von Nokia.

Xbox Entertainment Studios war 2012 gegründet worden, um eigene Serien, Dokumentationen und interaktive Formate für die Xbox-Plattform zu produzieren. An der Spitze standen die frühere CBS-Managerin Nancy Tellem als Präsidentin sowie Jordan Levin, der erst im Februar 2014 als Executive Vice President zur Entwicklungssparte gestoßen war. Zu den fertiggestellten Arbeiten zählten die Dokumentation Atari: Game Over über den Videospielcrash von 1983, die Streetsoccer-Reihe Every Street United sowie das Halo-Format Halo: Nightfall. Weitere Projekte, darunter die Science-Fiction-Serie Humans, befanden sich in Entwicklung.

Halo-Inhalte laufen weiter

Spencer stellte klar, dass die Schließung nicht das Ende der bereits angekündigten Halo-Bewegtbildprojekte bedeutet. Sowohl die digitale Serie Halo: Nightfall als auch die geplante Halo-Fernsehserie sollten wie vorgesehen weitergeführt werden. Verantwortlich dafür bleiben das Entwicklerstudio 343 Industries sowie Amblin Entertainment, das Produktionshaus von Steven Spielberg. Microsoft trennte damit die Marketing- und Markenführung rund um Halo von der eingestellten Eigenproduktionssparte ab. Die Botschaft richtete sich erkennbar an die Spielerschaft, die eine Einstellung der angekündigten Halo-Formate befürchtet hatte.

Strategischer Rückzug aus der Eigenproduktion

Die Auflösung von Xbox Entertainment Studios markiert die Abkehr von der unter Spencers Vorgänger verfolgten Strategie, die Xbox One auch als Plattform für lineare TV- und Unterhaltungsangebote zu positionieren. Mit dem Wechsel an der Xbox-Spitze rückte das Spielegeschäft wieder in den Mittelpunkt. Ein Teil des Teams um Tellem und Levin sollte zunächst die bereits in Produktion befindlichen Inhalte zu Ende bringen. Der Geschäftsbetrieb der Einheit endete formal am 29. Oktober 2014, als sowohl die Präsidentin als auch der Vizepräsident das Unternehmen verließen. Für Microsoft schloss sich damit nach rund zwei Jahren das Kapitel der eigenfinanzierten TV-Originalproduktion.

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