Wer Xbox mag, interessiert sich vielleicht auch für eine Beteiligung an Microsoft. Der Kauf einer Aktie ist allerdings eine Geldanlage mit Verlustrisiko und keine bloße Unterstützung der Lieblingsmarke. Hier geht es um die grundlegenden Unterschiede zwischen Microsoft-Aktie, Broker und Vermögensverwaltung – nicht um eine persönliche Kaufempfehlung.
Microsoft-Aktie statt eigenständiger Xbox-Aktie
Xbox gehört zu Microsoft und ist nicht separat als Aktie börsennotiert. Die Microsoft-Stammaktie wird an der Nasdaq unter dem Kürzel MSFT gehandelt. Die offiziellen Anleger-FAQ von Microsoft nennen Handelsplatz und Börsenkürzel. Wer Microsoft kauft, beteiligt sich am gesamten Konzern, nicht nur am Gaming-Geschäft.
Für die Beurteilung des Unternehmens sind deshalb auch andere Geschäftsfelder relevant. Geschäftsberichte und Quartalszahlen findet ihr auf Microsofts Investor-Relations-Seite. Ein erfolgreicher Xbox-Titel allein sagt noch nicht aus, ob die Aktie zu einem bestimmten Preis eine geeignete Anlage ist.
Neobroker sind keine Robo-Advisor
Ein Broker ermöglicht euch den Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Bei einem Neobroker erfolgt dieser Zugang typischerweise über eine schlanke App oder Website. Welche Aktie ihr kauft und wann ihr sie verkauft, entscheidet ihr beim selbstbestimmten Handel selbst.
Ein Robo-Advisor ist dagegen ein digitales Angebot für Anlageempfehlungen beziehungsweise Vermögensverwaltung. Als Beispiel beschreibt quirion, wie es aus Angaben zu Anlagezielen und Risikoprofil ein Portfolio vorschlägt und verwaltet. Ein Neobroker wird durch eine App oder einen Sparplan nicht automatisch zum Robo-Advisor. Keines der beiden Modelle garantiert bessere Renditen.
Broker vergleichen: mehr als die Ordergebühr
Achtet darauf, welche Wertpapiere und Handelsplätze verfügbar sind und ob ihr tatsächliche Aktien oder andere Produkte wie CFDs kauft. Prüft auch die für euren Wohnsitz zuständige Vertragsgesellschaft, Depotübertrag, Kundenservice und steuerliche Unterlagen. Ein Konto bei einem bestimmten Markennamen kann je nach Land andere Bedingungen haben.
„Ohne Orderprovision“ bedeutet nicht automatisch „ohne Kosten“. Hinzukommen können etwa eine Abwicklungspauschale, Handelsplatzkosten, der Abstand zwischen An- und Verkaufskurs (Spread), Währungsumrechnung und gegebenenfalls Produktkosten. Maßgeblich sind die aktuellen Vertrags- und Preisunterlagen sowie die Kostenanzeige vor der konkreten Order.
Beispiele für offizielle Kosteninformationen findet ihr bei Trade Republic (Kostenübersicht), Revolut (Trading-Gebühren) und Trading 212 (Invest-Bedingungen). Trading 212 erläutert zusätzlich seine Kosten für Währungsumrechnungen. Die Links dienen der Prüfung der Konditionen, nicht als Rangliste oder Empfehlung.
Was Einlagensicherung nicht absichert
Aktienkurse können fallen; auch ein Totalverlust ist möglich. Frühere Kursgewinne und die Bekanntheit eines Unternehmens sind keine Gewinngarantie. Bei einer Anlage in nur ein Unternehmen hängt euer Ergebnis zudem stark von dessen Entwicklung ab.
Aufsicht und Einlagensicherung beseitigen dieses Marktrisiko nicht. Aktien sind keine geschützten Bankeinlagen. Die Bank verwahrt sie für euch; im Insolvenzfall besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Herausgabe beziehungsweise Depotübertrag, sofern sie nicht als Kreditsicherheit dienen. Auch die Anlegerentschädigung ersetzt keine Kursverluste aus eurer Anlagestrategie. Die BaFin erklärt die Unterschiede zwischen Einlagensicherung und Anlegerentschädigung.
Überlegt vor einem Kauf, ob ihr das Geld entbehren und Verluste tragen könnt, wie lange ihr investieren möchtet und welche Rolle eine einzelne Aktie in eurer gesamten Geldanlage haben soll. Dieser Überblick ersetzt keine auf eure Verhältnisse abgestimmte Anlage- oder Steuerberatung.
