Microsoft erweitert den Zugang zum Microsoft Store und senkt die Hürden für Entwickler, die Windows-Anwendungen veröffentlichen und vermarkten wollen. Im Mittelpunkt stehen eine künftig kostenlose Registrierung für einzelne Entwickler, ein neues FastTrack-Programm für Unternehmen, Verbesserungen bei Zertifizierung und Analyse sowie neue Möglichkeiten für Auffindbarkeit und Nutzerakquise.
Nach Angaben von Microsoft erreicht der Microsoft Store inzwischen mehr als 250 Millionen monatlich aktive Nutzer. Das Unternehmen positioniert die Plattform damit weiterhin als zentralen Distributionskanal für Windows-Anwendungen auf Consumer- und Unternehmensgeräten. Gleichzeitig soll der Store stärker in bestehende Windows-Funktionen, Intune-Verteilung und neue Suchmechanismen eingebunden werden.
Kostenlose Registrierung für Einzelentwickler
Ab dem kommenden Monat sollen einzelne Entwickler Anwendungen im Microsoft Store veröffentlichen können, ohne eine einmalige Registrierungsgebühr zahlen zu müssen. Eine Kreditkarte soll für den Einstieg ebenfalls nicht mehr erforderlich sein. Microsoft bezeichnet den Schritt als Abbau einer Einstiegshürde, die vor allem kleinere Entwickler und unabhängige Anbieter betroffen hat.
Für Unternehmen führt Microsoft zusätzlich das Microsoft Store FastTrack Program ein. Das kostenlose Preview-Programm richtet sich an qualifizierte Firmen, die bislang noch keine Anwendung über den Microsoft Store veröffentlicht haben. Im Rahmen des Programms soll die Registrierungsgebühr entfallen. Außerdem stellt Microsoft Unterstützung bei Einreichung, Zertifizierung und Veröffentlichung in Aussicht.
Auch der Zertifizierungsprozess wurde überarbeitet. Entwickler sollen künftig schnelleres Feedback, detailliertere Berichte und klarere Hinweise zu Richtlinienverstößen erhalten. Dazu gehören laut Microsoft unter anderem Crash-Logs, Screenshots und konkrete Policy-Hinweise. Neu ist außerdem die Möglichkeit, Datenschutzbedingungen kostenfrei über Microsoft zu hosten, ohne dafür eine eigene externe Domain einrichten zu müssen.
Bessere Auffindbarkeit über Windows Search und Store Search
Für die Distribution klassischer Desktop-Anwendungen hebt Microsoft den überarbeiteten Store Web Installer hervor. Dieser soll sich auf Webseiten einbinden lassen und für Win32- sowie MSIX-Anwendungen eine direktere Download- und Installationsstrecke ermöglichen. Der Installer soll auch auf unternehmensverwalteten Geräten funktionieren, auf denen die Microsoft-Store-App selbst deaktiviert ist.
Parallel baut Microsoft die Auffindbarkeit von Store-Anwendungen in Windows Search und der Microsoft Store Search aus. Ab diesem Monat soll es einfacher werden, bereits installierte Apps über die Windows-Suche zu starten oder neue Anwendungen direkt über die Suche zu finden und zu installieren. Die Store-Suche soll zudem stärker auf Nutzerintentionen reagieren. Dafür nennt Microsoft unter anderem Vektor-Embeddings, semantisches Ranking und neue Signale wie App-Updates.
Für Unternehmen erweitert Microsoft die Integration mit Intune. Unterstützt werden nun auch Win32-Apps in der Preview, AI-Apps und altersbeschränkte Anwendungen. Damit wird der Store stärker als Distributions- und Update-Kanal für verwaltete Windows-Umgebungen positioniert. Für Entwickler kann dies insbesondere bei Software relevant sein, die regelmäßig aktualisiert werden muss oder in Compliance-kritischen Umgebungen eingesetzt wird.
Kampagnen und neue Kennzahlen im Partner Center
Beim Thema Nutzerakquise öffnet Microsoft das App Campaigns Program in den kommenden Wochen für alle Store-Entwickler. Über das Programm können Kampagnen für Apps und Spiele im Microsoft Store sowie auf weiteren Microsoft-Oberflächen erstellt werden. Integrierte Analysen sollen dabei helfen, Post-Install-Aktionen auszuwerten und Kampagnen entsprechend zu optimieren.
Auch die Analysefunktionen im Partner Center werden ausgebaut. Die überarbeiteten Acquisition Reports enthalten eine verbesserte Funnel-Ansicht und die neue Kennzahl „Install Success Rate“. Außerdem wurde die Darstellung fehlgeschlagener Installationen angepasst. Eine zusätzliche Trendansicht für nutzerinitiierte Abbrüche soll genauer zeigen, an welchen Stellen Anwender den Installationsprozess verlassen.
In den kommenden zwei Monaten sollen zudem die Health Reports erweitert werden. Neue Metriken wie Crash Rate, Hang Rate und die Anzahl betroffener Geräte sollen Entwicklern helfen, Fehler nach tatsächlicher Nutzerwirkung zu priorisieren. Zusätzlich sollen Qualitätsvergleiche nach Version, Architektur und Gerätetyp möglich werden.
Für Microsoft ist der Ausbau des Stores Teil einer breiteren Windows-Strategie, in der Copilot+ PCs, AI-Anwendungen, klassische Win32-Software, Produktivitätswerkzeuge und Unternehmensverteilung enger zusammengeführt werden. Zuletzt verwies das Unternehmen unter anderem auf Anwendungen wie ChatGPT, Perplexity, Fantastical, Day One, CapCut und djay Pro sowie auf kommende Store-Einträge wie Notion und Raycast.
