Die europäische Bürgerinitiative „Stop Destroying Videogames“ hat das notwendige Quorum überschritten und die formalen Voraussetzungen für eine Behandlung durch die EU-Kommission erfüllt. Nach Abschluss der nationalen Prüfverfahren wurden 1.294.188 Unterschriften als gültig anerkannt.
Insgesamt sammelte die Initiative rund 1,45 Millionen Unterstützungsbekundungen. Vor der Einreichung bei der Europäischen Kommission erfolgte die Verifikation durch die zuständigen Behörden der EU-Mitgliedsstaaten. Dabei wurde geprüft, ob die Unterzeichnenden die jeweilige Staatsangehörigkeit besitzen, das erforderliche Mindestalter erreicht haben und die Angaben vollständig sowie korrekt sind. Der überwiegende Teil der Stimmen bestand diese Prüfung.
Mit Erreichen der Schwelle von einer Million verifizierter Unterschriften ist die EU-Kommission verpflichtet, sich inhaltlich mit dem Anliegen zu befassen. Laut Angaben der Europäischen Union muss bis spätestens 27. Juli 2026 eine offizielle Stellungnahme vorliegen. Zuvor sind Gespräche mit den Organisatoren vorgesehen; zudem soll das Europäische Parlament eine öffentliche Anhörung durchführen.
Forderungen der Initiative
„Stop Destroying Videogames“ richtet sich gegen die vollständige Abschaltung von Videospielen, insbesondere bei Online-Titeln, die nach dem Herunterfahren der Server nicht mehr nutzbar sind. Ziel ist eine Verpflichtung von Publishern, Spiele in einem funktionalen Zustand zu erhalten. Nach Vorstellung der Initiative sollen Titel zumindest in einer Offline-Variante spielbar bleiben, auch wenn der reguläre Online-Betrieb eingestellt wird.
Die Initiative ist Teil des übergeordneten Projekts „Stop Killing Games“ und wurde vom YouTuber Ross Scott initiiert. Auslöser war unter anderem die Abschaltung des Online-Rennspiels „The Crew“ durch Ubisoft im Jahr 2024, wodurch das Spiel vollständig unspielbar wurde. Solche Vorgehensweisen gelten in der Branche insbesondere bei Games-as-a-Service-Modellen als verbreitet.
Verteilung der Unterschriften
Nach Angaben der Organisatoren entfiel der größte Anteil der verifizierten Stimmen auf Deutschland mit rund 233.000 Unterschriften. Es folgen Frankreich mit etwa 145.000 sowie Polen mit rund 143.000 Unterstützern. Die Initiative erreichte damit nicht nur das Gesamtquorum, sondern auch die erforderlichen Mindestschwellen in mehreren EU-Mitgliedsstaaten.
