42 Berlin: Kostenlose Programmierschule ohne Lehrer und Vorlesungen gegründet

Mit Unterstützung von Volkswagen, Bayer, SAP, Microsoft, T-Systems und Capgemini ist am 10. November 2021 die Gründung der Programmierschule 42 Berlin bekanntgegeben worden, wie heise online berichtet. Die gemeinnützige, private Einrichtung verzichtet vollständig auf Studiengebühren und finanziert sich über die Millionenbeträge der beteiligten Industriepartner.

Lernen ohne Lehrkräfte und Vorlesungen

Das Konzept von 42 kommt ohne klassischen Unterricht aus. Es gibt weder feste Lehrkräfte noch Vorlesungen im herkömmlichen Sinn. Stattdessen bearbeiten die Studierenden Aufgaben in wechselnden Lerngruppen und kontrollieren sich gegenseitig. Der Studienverlauf ist in aufeinander aufbauende Level gegliedert, ähnlich dem Aufbau eines Computerspiels, in dem jede gelöste Aufgabe den Weg zur nächsten öffnet.

Entwickelt wurde das Modell vom französischen Unternehmer Xavier Niel. Unter dem Namen 42 gibt es mittlerweile 36 vergleichbare Schulen in 20 Ländern. Der Name spielt auf Douglas Adams’ Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ an, in dem die Zahl 42 als Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens gilt.

Auswahlverfahren mit Logiktests und Trainingslager

Wer an 42 Berlin studieren will, muss zunächst ein Auswahlverfahren durchlaufen, das Logiktests und ein mehrwöchiges Trainingslager umfasst. Pro Standort werden jährlich rund 150 Kandidatinnen und Kandidaten aufgenommen, insgesamt sind an dem Standort bis zu 600 Studierende vorgesehen.

Berlin ist nicht der erste deutsche Standort: Bereits im Mai 2021 hatte 42 Wolfsburg, unterstützt von Volkswagen, den Betrieb aufgenommen. Der Berliner Ableger sollte laut den damaligen Plänen im Herbst 2022 folgen. Hintergrund des Engagements der beteiligten Konzerne ist der anhaltende Fachkräftemangel in der IT-Branche: Während der Pandemie blieben in Deutschland zeitweise mehr als 86.000 IT-Stellen unbesetzt.

Für die beteiligten Unternehmen ist die Förderung von 42 Berlin damit auch ein Baustein der eigenen Nachwuchsgewinnung. Ähnliche Ausbildungsinitiativen abseits klassischer Hochschulwege gewinnen in der IT- und Games-Branche seit Jahren an Bedeutung, weil der Bedarf an qualifizierten Fachkräften die Absolventenzahlen der Universitäten übersteigt.

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