Nach sieben Jahren Entwicklungszeit ist mit GIMP 3.0 die nächste große Version der freien Bildbearbeitungssoftware fertig. Das berichtete heise online am 17. März 2025. Für Indie-Entwickler und Studios, die wie schon bei Blender und Godot auf offene Werkzeuge in ihrer Asset-Pipeline setzen, ist das Update besonders relevant, GIMP dient häufig als kostenlose Alternative zu Photoshop bei der Textur- und Grafikerstellung.
Eine der wichtigsten technischen Neuerungen ist laut Release Notes die Aktualisierung auf die GTK3-Bibliothek, die für bessere Skalierung auf hochauflösenden Displays und deutlich verbesserte Tablet-Unterstützung sorgt. Die Software läuft nun zudem nativ unter Wayland, bleibt aber weiterhin mit X11 kompatibel. Für Nutzer dürfte vor allem die Einführung nicht-destruktiver Ebeneneffekte spannend sein: Anders als in Vorgängerversionen, wo Filter automatisch mit der Ebene verschmolzen, bleiben sie in GIMP 3.0 aktiv und lassen sich jederzeit nachträglich anpassen, wer den alten Workflow bevorzugt, kann das über die Option „Merge Filters“ beibehalten.
Auch beim Farbmanagement hat sich einiges getan: Durch verbesserte Integration der babl- und GEGL-Bibliotheken unterstützt GIMP nun RGB-Farbräume jenseits von sRGB, was auch die Grundlage für künftige CMYK- und LAB-Farbmodi legt. Bei den Dateiformaten kommen unter anderem macOS-ICNS-Icons, Windows-Cursor, JPEG XL und eine verbesserte PSD-Unterstützung hinzu, was den Datenaustausch mit Foto- und Grafikwerkzeugen erleichtert. Das GIMP-Team kündigte zudem an, künftig deutlich schnellere Entwicklungszyklen anzustreben, GIMP 3.2 soll bereits innerhalb eines Jahres folgen. Die neue Version steht ab sofort für Windows, macOS und Linux zum Download bereit.
