Valve-Chef Gabe Newell hat in einem Interview mit der US-Fachseite PC Gamer erstmals konkrete Zahlen zur Abschaffung der Bitcoin-Zahlungen bei Steam genannt. Wie PC Gamer am 2. März 2022 berichtete, war nach Angaben von Newell rund die Hälfte aller Bitcoin-Transaktionen auf der Spieleplattform betrügerisch. „Dies waren Kunden, die wir nicht haben wollten“, sagte Newell wörtlich.
Zwischen April 2016 und Dezember 2017 im Einsatz
Steam akzeptierte Bitcoin als Zahlungsmittel von April 2016 bis Dezember 2017. Offiziell begründete Valve die Abschaffung damals mit den stark gestiegenen Transaktionsgebühren im Bitcoin-Netzwerk. Newells aktuelle Aussage liefert nun einen weiteren, bis dahin unbekannten Grund: einen erheblichen Anteil an betrügerischen Zahlungen, den Valve offenbar nicht länger hinnehmen wollte.
Kursschwankungen als „totaler Albtraum“
Neben dem Betrug nannte Newell auch die Volatilität des Bitcoin-Kurses als Problem. Die Schwankungen seien „ein totaler Albtraum“ gewesen, da ein Spiel an einem Tag zehn US-Dollar und am nächsten Tag hundert US-Dollar habe kosten können. Für Kunden war das kaum nachvollziehbar, und auch für Valve brachten Rückerstattungen und Umtausche bei stark schwankenden Kursen zusätzlichen Aufwand mit sich.
Zur Blockchain-Technologie insgesamt äußerte sich Newell differenziert. Es gebe zwar viele interessante Ansätze rund um Blockchain und dezentrale Buchführung, die meisten Menschen hätten aber bislang nicht herausgefunden, wozu eine dezentrale Buchführung im Alltag tatsächlich gebraucht werde. Es bestehe ein Unterschied zwischen dem, was Blockchain sein solle, und dem, was sie in der Praxis tatsächlich sei. Steam solle jedenfalls nicht dazu dienen, Nutzer zu betrügen, so Newell.
Die Spieleplattform Steam zählt nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Nutzerkonten, täglich sind rund 47 Millionen Menschen auf der Plattform aktiv. Kryptowährungen als Zahlungsmittel spielen bei Steam seit der Abschaffung von Bitcoin keine Rolle mehr.

