Die Zahl der öffentlich ausgeschriebenen IT-Stellen in Deutschland ist im Jahr 2024 spürbar zurückgegangen. Nach einer Auswertung der Personalmarktforschung Index Research sank das Angebot bundesweit um rund 10 Prozent auf knapp 780.000 Stellen. Grundlage der Ende März 2025 vorgelegten Stellenmarkt-Analyse ist die Stellenanzeigen-Datenbank Index Anzeigendaten.
Wie aus der Pressemitteilung von Index Research hervorgeht, setzt sich damit ein Trend fort, der bereits 2023 begonnen hatte: Schon in jenem Jahr war die Nachfrage nach IT-Fachkräften mit einem Minus von 1 Prozent auf 868.000 Jobs leicht rückläufig. Zuvor hatte das Angebot 2022 mit über 876.000 Stellen noch 21 Prozent über dem Niveau von 2021 gelegen, sodass sich der aktuelle Rückgang auf einem historisch weiterhin hohen Niveau abspielt.
IT- und Kommunikationsbranche bleibt größter Nachfrager
Die meisten IT-Jobs entfielen 2024 auf die Informations- und Kommunikationstechnik mit über 229.000 Stellen. Dahinter folgen freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleister mit fast 119.000 Stellen sowie die Industrie mit mehr als 94.000 Stellen. Unternehmen bevorzugen dabei weiterhin Bewerber mit akademischem Abschluss: 2024 richteten sich über 351.000 IT-Stellen explizit an Fachkräfte mit Hochschulabschluss, während für Informatiker mit dualer Berufsausbildung rund 147.000 Jobangebote ausgeschrieben wurden.
Auffällig ist zugleich das vergleichsweise geringe Ausbildungsangebot: Unternehmen und öffentliche Einrichtungen schrieben 2024 nur rund 60.000 Ausbildungsplätze sowie knapp 37.000 Stellen für Praktikanten und Werkstudenten aus. Index-Research-Geschäftsführer Jürgen Grenz führte den Rückgang auf die wirtschaftlich angespannte Situation vieler Unternehmen zurück, betonte aber, dass die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und Produkten weiterhin auf der Tagesordnung stehe.
Gehälter uneinheitlich, Branchenverband bleibt optimistisch
Auch bei den Gehältern zeigte sich 2024 keine einheitliche Entwicklung. Laut dem Gehalts-Check der Jobplattform Indeed, die zwanzig relevante Berufsgruppen auswertete, sanken die Gehälter für Softwareentwickler im vierten Quartal 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent. Der IT-Branchenverband Bitkom geht dagegen weiterhin von einem Beschäftigungswachstum aus: Für 2025 rechnet der Verband mit einem Plus von rund 20.000 Stellen auf dann 1,371 Millionen Beschäftigte im ITK-Sektor, nachdem 2024 bereits 9.000 neue Arbeitsplätze entstanden seien. Die Geschäfte der meisten Unternehmen der Branche verliefen den Prognosen zufolge 2025 weiterhin positiv, wie Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst erklärte.
Für die Games- und Tech-Branche, die zuvor selbst mit mehreren Entlassungswellen bei großen Publishern zu kämpfen hatte, ist die Entwicklung ein weiteres Signal dafür, dass sich der IT-Arbeitsmarkt insgesamt von der Anspannung früherer Boomjahre entfernt, ohne dabei in eine grundsätzliche Krise zu rutschen.
