Riot Games will ab dem 13. Juli 2022 den Sprachchat des kostenlos spielbaren Shooters Valorant aufzeichnen und auswerten. Das Studio kündigte den Schritt am 27. Juni 2022 in seinem offiziellen Blog an. Zunächst sind nur die Server in Nordamerika mit englischer Sprachunterstützung betroffen.
Mit den aufgezeichneten Daten soll eine „brandneue Technologie“ getestet werden, die problematisches Verhalten im Voice-Chat eigenständig erkennen kann. Zufällig aufgenommenes Mobbing oder anderer toxischer Inhalt wird vorerst nicht dazu verwendet, Sperren oder Strafen gegen Spieler zu verhängen.
Sanktionen sollen mit dem Beta-Start folgen
Später im Jahr 2022 will Riot Games mit dem Start einer Beta auch tatsächlich Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen ahnden, einen konkreten Termin nennt das Studio nicht. Die Software soll ausdrücklich auch in anderen Spielen des Herstellers zum Einsatz kommen, etwa in League of Legends. Auf Xbox-Plattformen ist Valorant seit der Ankündigung beim Xbox- und Bethesda-Showcase 2022 mit einer Vollfreischaltung über den Game Pass vertreten.
Wer verhindern möchte, dass eigene Aussagen im Sprachchat aufgezeichnet werden, kann auf die Funktion verzichten und schlicht kein Mikrofon anschließen. Auf gehobenem Niveau dürfte das in Valorant allerdings schwierig werden, viele Teams stimmen sich fast ausschließlich über Sprache ab.
Bereits im April 2021 hatte sich Riot Games in seinen Datenschutzrichtlinien das Recht eingeräumt, Sprache in Valorant aufzunehmen. Bislang wurden die Daten nach Angaben des Herstellers aber nicht ausgewertet und schnell wieder gelöscht, sofern keine Beschwerden oder sonstigen Probleme auftraten.
Auch die PlayStation 5 zeichnet Sprachchat auf
Riot Games ist nicht das einzige Studio der Branche, das mithört. Sony speichert bei Sprachchats über das Mikrofon des DualSense-Controllers der PlayStation 5 grundsätzlich die letzten fünf Minuten im lokalen Speicher.
Die Aufnahmen sind für den Fall von Belästigungen oder Beleidigungen gedacht, damit Betroffene dem Kundendienst einen Beleg liefern können. Spieler dürfen 40 Sekunden des Materials auswählen und direkt über die Konsole an Sony übermitteln, davon 20 Sekunden frei wählbar plus jeweils 10 Sekunden davor und danach. Der Kundendienst nutzt das Material unter anderem, um über Sperren gegen toxische Teilnehmer zu entscheiden.

