Eine Umfrage von App2Top und Talents in Games deutet auf eine starke Abwanderung aus der russischen Spielebranche hin. In der offiziellen Auswertung gaben 17,8 Prozent der Befragten an, Russland bereits verlassen zu haben. Weitere 24,5 Prozent bereiteten ihre Ausreise vor.
Für die Erhebung wurden zwischen dem 25. März und dem 1. April 2022 insgesamt 426 Beschäftigte aus 17 Bereichen der Spieleentwicklung befragt. Rund 85 Prozent der Antworten kamen aus Russland, weitere Rückmeldungen aus russischsprachigen Regionen. Die Zahlen bilden damit die teilnehmenden Personen ab und sind keine repräsentative Statistik für die gesamte Branche.
Finanzielle und familiäre Gründe
57,7 Prozent der Befragten blieben zum Zeitpunkt der Erhebung im Land und planten kurzfristig keine Ausreise. App2Top nannte als Gründe unter anderem fehlende finanzielle Mittel, familiäre Bindungen und Schwierigkeiten bei der Organisation eines Umzugs. Bei einem Teil dieser Gruppe bestand trotzdem längerfristiges Interesse an einer Ausreise.
Die Ergebnisse zeigen die unmittelbaren Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine für Beschäftigte in der Spieleentwicklung. Für Studios können Wegzüge den Aufbau internationaler Teams beschleunigen, gleichzeitig aber laufende Produktionen und die Besetzung spezialisierter Rollen erschweren.
