Der Hedgefonds Melvin Capital wird abgewickelt. Gründer Gabe Plotkin teilte den Investoren am 18. Mai 2022 mit, dass der Fonds seine Aktivitäten beendet und das verbliebene Kapital zurückführt. Reuters berichtete unter Berufung auf das Schreiben an die Anleger über die Schließung; Bloomberg bestätigte den Schritt ebenfalls.
Verluste nach der GameStop-Kursrally
Melvin Capital hatte Anfang 2021 auf fallende Kurse der GameStop-Aktie gesetzt. Eine große Gruppe von Kleinanlegern kaufte die Aktie über Foren und Handelsplattformen, wodurch der Kurs stark stieg und mehrere Leerverkäufer ihre Positionen mit hohen Verlusten schließen mussten. Melvin Capital erhielt damals Unterstützung von Citadel und Point72 in Höhe von rund 2,75 Milliarden US-Dollar.
Der Fonds verlor 2021 rund 39 Prozent. Nach weiteren Verlusten im Jahr 2022 entschied sich Plotkin gegen einen Neustart des Unternehmens. In seinem Schreiben bezeichnete er die vergangenen 17 Monate als besonders schwierige Zeit für den Fonds und seine Investoren. Die Abwicklung sollte das verbliebene Vermögen vollständig liquidieren und an die Anleger zurückführen.
GameStop als Branchenthema
Die Vorgänge machten sichtbar, wie stark sich Kursbewegungen bei Unternehmen aus dem Games-Handel durch soziale Netzwerke und konzentrierte Käufe verändern können. GameStop blieb dabei ein Unternehmen mit stationärem und digitalem Spielehandel, während die Aktie zugleich zum Symbol für den Konflikt zwischen Kleinanlegern und professionellen Leerverkäufern wurde. Die Schließung von Melvin Capital beendete diese Auseinandersetzung nicht, zeigte aber die langfristigen Folgen der Verluste für einen der bekanntesten beteiligten Fonds.
