Die Entertainment Software Association (ESA) hat bei einer Anhörung des kalifornischen Senats zu AB 1921 auf mögliche Urheberrechts- und Sicherheitsprobleme bei privaten und gemeinschaftlich betriebenen Spielservern hingewiesen. In der offiziellen Mitschrift der Anhörung vom 29. Juni 2026 erklärte ESA-Vertreterin Jennifer Gibbons, dass der Verband erhebliche rechtliche Bedenken gegen entsprechende Modelle habe.
Die Aussage bezog sich auf den Gesetzentwurf AB 1921, den sogenannten Protect Our Games Act. Der Entwurf sollte Betreiber verpflichten, beim Abschalten eines Online-Spiels eine spielbare Alternative, technische Dokumentation für Community-Server oder eine anteilige Rückerstattung anzubieten. Gibbons verwies auf fehlende Moderation, Sicherheitsrisiken und mögliche Konflikte mit Urheberrechten.
In der Debatte wurden Minecraft und Call of Duty als Beispiele für Spiele mit von Communities betriebenen Servern genannt. Die ESA stellte später klar, dass in der Diskussion die Begriffe „private Server“ und „Community-Server“ nicht sauber getrennt worden seien. Daraus folgt keine pauschale Aussage, dass jede private Minecraft-Welt illegal ist.
Minecraft stellt Server-Software offiziell bereit
Die Einordnung ist besonders umstritten, weil Mojang die Server-Software für Minecraft Java Edition offiziell zum Download anbietet. Für Bedrock Edition stellt Microsoft ebenfalls eigene Server-Dateien bereit. Die Nutzung bleibt an die jeweilige Endbenutzervereinbarung und weitere Regeln gebunden.
AB 1921 scheiterte im kalifornischen Ausschuss. Die Anhörung zeigt trotzdem, dass die rechtliche Behandlung von Community-Servern, Spielarchiven und abgeschalteten Online-Diensten politisch weiter diskutiert wird. Eine abschließende gerichtliche Klärung der unterschiedlichen Servermodelle enthält die Mitschrift nicht.
