Mitglieder der Rockstar Game Workers Union erheben Vorwürfe gegen die Arbeitsbedingungen beim Entwickler von Grand Theft Auto 6. Drei anonym gebliebene Beschäftigte schildern in einem Bericht von Game Developer über fehlende Transparenz bei Boni, ein geschlechtsspezifisches Lohngefälle und verpflichtende Mehrarbeit.
Kritik an Boni und Arbeitszeit
Nach Angaben der Beschäftigten besteht ein erheblicher Teil der Vergütung aus Boni. Deren Höhe und Begründung seien für die Betroffenen nicht ausreichend nachvollziehbar und könnten zwischen Abteilungen oder einzelnen Teammitgliedern stark schwanken. Die Aussagen stammen von Gewerkschaftsmitgliedern, die ihre Namen aus Sorge vor beruflichen Konsequenzen nicht nennen.
Die Mitarbeiter berichten außerdem, dass Rockstar den gesetzlichen Schutz vor zusätzlicher Arbeitszeit über eine Opt-out-Regelung in Verträgen umgehen könne. Beschäftigte müssten demnach aktiv wieder in den gesetzlichen Schutz zurückkehren, statt einer Mehrarbeit ausdrücklich zuzustimmen. Die Gewerkschaft kritisiert, dass begrenzte Zusatzvergütung die verlängerten Arbeitszeiten nicht aus der Welt schaffe.
Take-Two verweist auf Arbeitsumfeld und Dialog
Ein Sprecher von Take-Two erklärte gegenüber Game Developer, das Unternehmen biete ein professionelles Arbeitsumfeld, wettbewerbsfähige Vergütung und Unterstützung für die Teams. Zudem bestätigte der Konzern den Eingang einer Anfrage der Gewerkschaft zur freiwilligen Anerkennung und stellte Gespräche in Aussicht.
Die Vorwürfe sind damit eine Darstellung von Beschäftigten und keine abschließende Bewertung der Arbeitsbedingungen bei Rockstar. Für die Entwicklung von GTA 6 sind sie dennoch relevant, weil Vergütung, Arbeitszeit und Mitbestimmung direkte Auswirkungen auf Personalbindung und Produktionsplanung haben. Einen früheren Bericht zur Gewerkschaftsgründung bei Rockstar gab es bereits während laufender Rechtsstreitigkeiten.
