Das kalifornische Start-up Raven Resonance hat am 16. Juni 2026 seine Datenbrille Raven Prism vorgestellt, wie heise online berichtet. Anders als viele Konkurrenzprodukte soll die Brille komplett eigenständig arbeiten, ohne dauerhafte Kopplung an ein Smartphone oder einen Cloud-Dienst.
Linux-Unterbau statt geschlossenem System
Im Inneren steckt ein 64-Bit-ARM-Prozessor mit vier Kernen, der ein eigenes Linux-Derivat namens RavenOS antreibt. Entwicklerinnen und Entwickler bekommen laut Hersteller SSH-Zugriff auf das System und können eigene Software kompilieren und installieren. Damit richtet sich Raven Resonance ausdrücklich auch an eine technisch versierte Zielgruppe, die die Brille über die vorinstallierten 25 Anwendungen hinaus anpassen will. Verarbeitet werden Daten laut Ankündigung lokal auf dem Gerät, eine ständige Cloud-Anbindung soll nicht nötig sein.
LCoS-Waveguide-Display und austauschbarer Akku
Die Bildausgabe übernimmt ein LCoS-Waveguide-Display, dessen projizierte Fläche aus Armlänge etwa einem 16-Zoll-Bildschirm entsprechen soll. Gesteuert wird die Brille per Eye-Tracking und Sprachbefehlen, eine eingebaute Kamera mit mechanischem Verschluss und Signal-LEDs soll für Transparenz gegenüber Umstehenden sorgen. Bluetooth und WLAN sind an Bord. Ein Alleinstellungsmerkmal sind die austauschbaren Akkumodule, intern „Raven Wings“ genannt, mit denen sich die Laufzeit im Feld verlängern lässt, ohne die Brille an eine Steckdose hängen zu müssen.
Preis und Marktstart offen
Zu Preis, tatsächlicher Akkulaufzeit, Gewicht und Tragekomfort machte Raven Resonance bislang keine Angaben. Der Marktstart ist für das laufende Jahr 2026 angekündigt. Die offene Systemarchitektur unterscheidet die Raven Prism von etablierten Smart-Glasses-Plätzen wie Metas Ray-Ban-Modellen oder den auf der IFA gezeigten Modellen von Rokid und RayNeo, die stärker auf geschlossene App-Ökosysteme setzen.
