Rare bringt Kinect Sports Rivals exklusiv für Xbox One in den Handel, nachdem Microsoft den Titel für den 8. April 2014 in Nordamerika angekündigt hat (Europa folgt am 11. April). Das dritte Spiel der Kinect-Sports-Reihe war urspruenglich als Launch-Titel für den November 2013 vorgesehen und wurde von Rare auf April 2014 verschoben. Damit fehlte das technische Vorzeigeprojekt der Kamera ausgerechnet im Startfenster der Konsole, in dem die im Bundle enthaltene Kinect v2 ihren Mehrwert hätte belegen sollen.
Inhaltlich umfasst Kinect Sports Rivals sechs Disziplinen: Wakerace mit dem Jetski, Klettern, Zielschiessen sowie die neu interpretierten Klassiker Fussball, Tennis und Bowling. Die Disziplinen sind so gewählt, dass sie unterschiedliche Bewegungsmuster der Sensorik abfragen, vom schnellen Lenken über gezielte Würfe bis zur kontrollierten Griffbewegung beim Klettern.
Kinect v2 als technisches Verkaufsargument
Das Spiel wurde von Rare konseqünt auf die Fähigkeiten der zweiten Kinect-Generation ausgelegt. Das präziser aufgelöste Skelett-Tracking und die Erkennung geöffneter und geschlossener Hände sollten Bewegungen wie das Greifen einer Kletterwand oder das Anziehen eines Bogens direkt in das Spielgeschehen übersetzen. Hinzu kommt das System der sogenannten Champions: Eine Gesichtsabtastung erfasst nach Angaben von Rare 86 Punkte im Gesicht sowie Haut- und Haarfarbe und erzeugt daraus einen digitalen Stellvertreter, der in der Cloud abgelegt wird und gegen Freunde antreten kann, auch wenn der Spieler offline ist.
Diese Funktionen waren als Argument für die Bundle-Kamera gedacht, die Microsoft zum Start fest an die Xbox One koppelte und die den Preis der Konsole gegenueber dem Wettbewerb erhöhte. Kinect Sports Rivals sollte demonstrieren, dass die Sensorik nicht nur Geste, sondern fein abgestufte Körper- und Handbewegungen verarbeiten kann.
Schwacher Start und Folgen für Kinect am Markt
Die Resonanz blieb hinter den Erwartungen zurück. In den britischen Verkaufscharts stieg der Titel lediglich auf Platz 14 ein, die Bewertungen fielen mit einem Metacritic-Wert von 60 gemischt aus. Rare hatte rund 150 Mitarbeiter an dem Projekt beteiligt und verzeichnete einen erheblichen wirtschaftlichen Verlust. Designer Gavin Price beschrieb später, dass Kinect während der Entwicklung von Rivals recht abrupt an Bedeutung verlor.
Der Verlauf markiert einen Wendepunkt für Kinect im Gameentwicklungs-Markt. Microsoft trennte im Juni 2014 die Konsole von der Pflicht-Kamera und senkte den Preis, woraufhin Kinect als Plattform für Spieleentwickler zunehmend an Relevanz verlor. Rare wandte sich in der Folge anderen Projekten zu. Kinect Sports Rivals blieb damit der letzte grosse Anlauf des Studios, die Bewegungssteuerung als zentrales Spielmerkmal zu etablieren.
