Microsoft hat am 24. Januar 2024 eine kuratierte Indie-Kollektion namens ID@Xbox Indie Selects gestartet. Die Sammlung erhält einen festen Platz im Xbox Store und soll unabhängig produzierte Titel sichtbarer machen. Für die Vorstellung zeichnet Glenn Gregory verantwortlich, Marketing Manager bei ID@Xbox. Der Schwerpunkt liegt auf redaktioneller Auswahl statt auf bezahlten Platzierungen. Damit zieht das ID@Xbox-Team eine eigene Vertriebslinie für kleine Studios.
Hintergrund ist das Discovery-Problem in einem stark gefüllten Katalog. Tausende Veröffentlichungen konkurrieren um Aufmerksamkeit, und kleinere Teams ohne Marketingbudget gehen in der Masse unter. Genau hier setzen die Indie Selects an: Das Team hebt gezielt Titel hervor und räumt ihnen Platz auf einem prominenten Bereich des Xbox-Dashboards ein.
Wöchentliche Themen und sechs Selects pro Monat
Die Kollektion arbeitet in zwei Rhythmen. Jeden Mittwoch erscheinen neue Inhalte, darunter ein Featured-Indies-Kanal mit aktuellen Empfehlungen des ID@Xbox-Teams. Game-Pass-Titel bleiben in diesem Kanal außen vor. Dazu kommen wechselnde Themenkanäle mit eigenwilligen Titeln wie „Games to Play With Your Cat“ oder „Games for Evil Villains“. Weitere feste Kanäle decken internationale Spiele, neue Entwickler, ID@Xbox-Aktionen, Vorbestellungen und kommende Indie-Titel mit Merkzettel-Funktion ab.
In der letzten Woche jedes Monats kürt das ID@Xbox-Team sechs Spiele als „Indie Selects of the Month“. Die Auswahl erfolgt per Teamvoting. Die ausgewählten Entwickler erhalten ein digitales Award-Badge zur eigenen Bewerbung, das Team veröffentlicht eine Highlight-Zusammenstellung auf seinen Social-Kanälen sowie einen Xbox-Wire-Artikel mit den Begründungen der Auswahl. Wer das Format einordnen will, kann es als ständige Verlängerung von Aktionen wie dem ID@Xbox Digital Showcase verstehen.
Sichtbarkeit als Vertriebshebel
Für Studios bedeutet die Aufnahme in die Selects konkrete Reichweite ohne Werbeausgaben. Die feste Verankerung im Store und die monatliche Auszeichnung schaffen Wiedererkennung, die über eine einmalige Aktion hinausgeht. „We love games made by independent developers, and we want more people to discover them, buy them, and play them“, fasst Gregory das Ziel zusammen. Mit der redaktionellen Kuratierung verschiebt Microsoft die Logik der Sichtbarkeit weg vom reinen Anzeigengeschäft hin zu einer Empfehlung durch das eigene Indie-Team.
