FY20 Q2: Gaming-Umsatz bricht um 21 Prozent ein, Xbox Content und Services minus 11 Prozent

Microsoft hat in seinem am 29. Januar 2020 vorgelegten Bericht zum zweiten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2020 einen Gesamtumsatz von 36,9 Milliarden US-Dollar ausgewiesen, ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Berichtszeitraum endete am 31. Dezember 2019. Die Cloud-Sparte trug das Wachstum, das Gaming-Geschäft entwickelte sich gegenläufig: Der gesamte Gaming-Umsatz sank um 21 Prozent, der Umsatz mit Xbox Content und Services ging um 11 Prozent zurück (in konstanten Wechselkursen minus 9 Prozent).

Gaming am Ende des Konsolenzyklus

Der Rückgang fiel in das Segment More Personal Computing, das im Quartal 13,2 Milliarden US-Dollar erlöste. Innerhalb dieses Segments belastete vor allem das Hardwaregeschäft die Bilanz. Der Verkauf der Xbox-One-Konsolen lag deutlich unter dem Vorjahreswert. Die Hardwaregeneration stand am Ende ihres Lebenszyklus, die Nachfrage ließ entsprechend nach. Microsoft führte den Rückgang im Gaming-Umsatz primär auf das niedrigere Volumen bei der Konsolen-Hardware zurück. Auch der Umsatz mit Xbox Content und Services, der unter anderem Erlöse aus Vollpreistiteln, Abonnements und Transaktionsgebühren bündelt, gab um 11 Prozent nach.

Der Zeitpunkt der Zahlen lässt sich mit Blick auf die Hardwarestrategie lesen. Microsoft hatte die nächste Konsolengeneration unter dem Namen Project Scarlett bereits angekündigt, und Phil Spencer spielte schon erste Titel auf der neuen Xbox. Das später als Xbox Series X eingeführte System erschien im November 2020. Das Berichtsquartal markierte damit eine Phase, in der die alte Generation auslief und die neue noch nicht im Handel war. Kaufinteressierte hielten sich vor der Veröffentlichung der Nachfolgehardware zurück, was sich unmittelbar in den Verkaufszahlen niederschlug.

Cloud trägt, Hardware bremst

Während das Gaming-Geschäft schrumpfte, wuchs der Gesamtumsatz um 14 Prozent. Diesen Zuwachs trugen maßgeblich die Intelligent-Cloud-Sparte und das Azure-Geschäft, das verbraucherorientierte Hardwaresegment lief in die andere Richtung. Für das Gaming-Geschäft bildete das Quartal einen Tiefpunkt vor dem Generationswechsel. Mit dem späteren Start von Xbox Series X und Series S sowie der Ausweitung von Diensten wie dem Game Pass verlagerte Microsoft den Schwerpunkt zunehmend auf wiederkehrende Service-Umsätze, deren Bedeutung gegenüber dem klassischen Hardwareverkauf weiter zunahm. Dass dieser Konsolenrückgang ein wiederkehrendes Muster in den späteren Microsoft-Zahlen blieb, zeigte sich in den Quartalen danach.

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