Amazon baut Luna um: GameNight, Smartphone-Controller und Eingliederung von Prime Gaming

Amazon hat seinen Cloud-Gaming-Dienst Luna grundlegend neu ausgerichtet und die Plattform am 23. Oktober 2025 in überarbeiteter Form vorgestellt. Prime-Mitglieder erhalten Zugriff auf mehr als 50 Spiele ohne Aufpreis. Kernstück des Relaunches ist eine neue Reihe namens GameNight mit über 25 lokalen Mehrspielertiteln, die ohne klassischen Controller auskommt. Stattdessen dient das Smartphone als Eingabegerät. Wer mitspielen will, scannt einen QR-Code auf dem Fernseher, woraufhin das Telefon zum Controller wird.

Als Starttitel der Reihe nennt Amazon „Courtroom Chaos: Starring Snoop Dogg“, ein nach Angaben des Anbieters von Menschen gebautes, KI-gestütztes und sprachgesteuertes Improvisationsspiel. Darin erfinden die Teilnehmer absurde Figuren und verteidigen ihre Aussagen vor Richter Snoop Dogg. GameNight umfasst zudem für das Wohnzimmer angepasste Versionen bekannter Marken wie Angry Birds, Draw und Guess sowie Exploding Kittens und Brettspieladaptionen wie Taboo und Clue. Die Titel laufen über die Luna-App auf Fire TV, Smart TVs und Tablets, ohne dass spezielle Hardware erforderlich ist.

Prime Gaming geht in Luna auf

Begleitend zum Relaunch überführt Amazon die bisherige Marke Prime Gaming in das Luna-Angebot. Die mit der Prime-Mitgliedschaft gebündelten Spiele werden damit ähnlich positioniert wie Prime Video oder Amazon Music und über einen einzigen Einstiegspunkt zugänglich gemacht. Oberhalb des kostenfreien Prime-Kontingents bleibt das kostenpflichtige Abonnement Luna Premium für 9,99 US-Dollar pro Monat bestehen, das weitere Inhalte freischaltet. Mit dem Schritt landen die zuvor getrennten Gaming-Bausteine von Amazon unter einer Dachmarke.

Andere Strategie als xCloud und GeForce NOW

Mit der Neuausrichtung verschiebt Amazon den Schwerpunkt von hardwarehungrigen AAA-Inhalten hin zu sozialen, leicht zugänglichen Wohnzimmer-Erlebnissen. Microsofts Xbox Cloud Gaming und Nvidias GeForce NOW setzen auf Leistung und große Einzelspielertitel. Amazon dagegen nutzt die Reichweite der Prime-Mitgliedschaft als Verteilkanal. Der Verzicht auf dedizierte Controller senkt die Einstiegshürde und holt ein Publikum jenseits der Hardcore-Spielerschaft ab. Bei Microsoft wird ein anderer Weg zur Reichweite diskutiert: Zuletzt verdichteten sich Hinweise auf ein werbefinanziertes Gratis-Modell für das Streaming-Angebot. Der weniger auf technische Spitzenleistung als auf die Aktivierung der bestehenden Prime-Basis ausgerichtete Kurs zeigt, wie unterschiedlich die Anbieter den Markt angehen.

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