Video Game History Foundation öffnet digitale Bibliothek: 1.500 Magazine und Cyan-Archive

Die gemeinnützige Video Game History Foundation (VGHF) hat am 30. Januar 2025 ihre frei durchsuchbare Digital Library als Early Access gestartet. Die unter der Adresse library.gamehistory.org erreichbare Sammlung umfasst zum Start über 1.500 vergriffene und volltextdurchsuchbare Videospielmagazine, darunter auch seltene Branchen- und Fachpublikationen. Die als 501(c)(3) organisierte Stiftung verfolgt das Ziel, Quellenmaterial zur Geschichte der Spieleindustrie zu bewahren und für Forschung sowie Dokumentation zugänglich zu machen.

Bestand: Magazine, Cyan-Material und Branchenarchive

Über die Magazinsammlung hinaus enthält die Bibliothek mehrere kuratierte Bestände aus der Produktionspraxis der Branche. Dazu zählen über 100 Stunden Produktionsmaterial von Cyan, den Machern von Myst, mit originalen FMV-Aufnahmen zu Myst und Riven sowie bislang unveröffentlichten Interviews. Aus den GamePro-Archiven wurden die ersten 100 CDs mit Kunst- und Pressematerial für die Browserdarstellung aufbereitet. Hinzu kommt eine umfangreiche internationale Sammlung von Werbematerial zu FromSoftware, dem Studio hinter dem millionenfach verkauften Elden Ring. Die Mark Flitman Papers steuern Entwicklungsunterlagen, Artwork und Pressekits eines Produzenten bei, der unter anderem bei Konami, Acclaim, Midway und Mindscape tätig war.

Ergänzt wird der Bestand durch E3-Guidebooks mit durchsuchbaren Karten und Verzeichnissen, Kataloge zu Lernspielen sowie frühe Werbespots elektronischer Spiele. Library Director Phil Salvador bezeichnet die Plattform als Werkzeug für die Videospielforschung mit modernen Recherchefunktionen. Die Volltextsuche über die Magazinbestände bildet den Kern des Angebots und erlaubt gezielte Recherchen über Jahrzehnte hinweg.

Was Entwickler und Historiker davon haben

Für die Entwicklungspraxis und die historische Aufarbeitung der Branche schafft das Projekt eine zentrale Anlaufstelle für Primärquellen, die zuvor verstreut oder gar nicht öffentlich verfügbar waren. Chris Kohler, Editorial Director bei Digital Eclipse, verweist auf den unmittelbaren Nutzen, Designdokumente, Pressemitteilungen und internes Material direkt griffbereit zu haben. Damit reiht sich die Bibliothek in eine Reihe jüngerer Erhaltungsinitiativen ein, zu denen etwa die Veröffentlichung des Command&Conquer-Quellcodes durch Electronic Arts auf GitHub zählt. Der Status Early Access bedeutet, dass die Stiftung Bestand und Funktionen schrittweise ausbaut. Der kostenfreie Zugang macht die Sammlung zu einem Referenzwerkzeug für Forschung, Dokumentation und die Arbeit an historisch fundierten Inhalten.

Weitere News

Weitere News

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein