Bungie hat am 31. Juli 2024 in einem offiziellen Blogpost angekündigt, 220 Stellen und damit rund 17 Prozent der Belegschaft zu streichen. CEO Pete Parsons begründet den Schritt mit gestiegenen Entwicklungskosten, einer anhaltend schwierigen Marktlage und einer aus seiner Sicht zu breit angelegten Aufstellung des Studios. Zusätzlich zu den Entlassungen werden 155 Rollen, etwa 12 Prozent der Mitarbeitenden, in die Strukturen der Muttergesellschaft Sony Interactive Entertainment integriert. Nach dem Umbau verbleiben mehr als 850 Beschäftigte bei Bungie.
Ausgliederung eines Inkubationsprojekts und Fokus auf zwei Marken
Ein bislang intern entwickeltes Inkubationsprojekt wird aus Bungie herausgelöst und als eigenständiges Studio unter dem Dach der PlayStation Studios fortgeführt. Parsons verweist darauf, dass Bungie mehrere solcher Projekte mit erfahrenen Entwicklungsleitern aufgesetzt hatte, wodurch die Unterstützungsstrukturen schneller wuchsen als das Unternehmen tragen konnte. Mit der Neuausrichtung konzentriert sich Bungie nach eigener Darstellung vollständig auf die beiden verbleibenden Marken Destiny und Marathon. Rund um das Live-Service-Spiel Destiny 2 war das Studio zuletzt auch juristisch aktiv, etwa als ein US-Gericht Cheats als Urheberrechtsverstöße einstufte. Die Verlagerung der 155 Rollen zu Sony Interactive Entertainment soll laufende Vorhaben absichern, indem Teile der betroffenen Belegschaft innerhalb des Konzernverbunds weiterbeschäftigt werden.
3,6 Milliarden Dollar Kaufpreis und der Rutsch in die roten Zahlen
Sony hatte Bungie im Juli 2022 für 3,6 Milliarden US-Dollar übernommen. In seinem Blogpost benennt Parsons offen, dass die finanziellen Sicherheitsmargen überschritten wurden: „We were overly ambitious, our financial safety margins were subsequently exceeded, and we began running in the red.“ Als Ursachen führt er die wirtschaftliche Eintrübung des Jahres 2023, qualitative Defizite bei der Destiny-2-Erweiterung Lightfall sowie Verschiebungen bei The Final Shape und Marathon an. Der Stellenabbau erfolgt damit weniger als zwei Monate nach der Veröffentlichung der bislang erfolgreichsten Destiny-2-Erweiterung. Das Modell des dauerhaft betriebenen Online-Shooters strahlt dabei bis zu Microsoft aus, wo zeitweise sogar ein Halo-MMO im Stil von Destiny 2 geprüft worden sein soll.