FTC finalisiert Epic-Games-Anordnung: 245 Millionen US-Dollar Rückerstattung wegen Dark Patterns in Fortnite

Die US-Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) hat am 14. März 2023 eine Anordnung gegen Epic Games rechtskräftig gemacht, die den Fortnite-Entwickler zu Rückerstattungen in Höhe von 245 Millionen US-Dollar verpflichtet. Grundlage ist der Vorwurf, dass Epic Games sogenannte Dark Patterns eingesetzt habe, um Spieler zu ungewollten In-Game-Käufen zu verleiten. Die Anordnung bildet den zweiten Teil eines Vergleichs, den die FTC bereits im Dezember 2022 angekündigt hatte. Zusammen mit einer separaten Strafe von 275 Millionen US-Dollar wegen Verstößen gegen den Children’s Online Privacy Protection Act (COPPA) erreicht das Verfahren ein Gesamtvolumen von 520 Millionen US-Dollar.

Verwirrende Button-Belegung als Kern des Vorwurfs

Im Zentrum der FTC-Vorwürfe steht die Kauf-UI von Fortnite. Nach Darstellung der Behörde führte eine kontraintuitive, inkonsistente und verwirrende Button-Belegung dazu, dass Spieler mit dem Druck auf einen einzigen Knopf ungewollte Belastungen auslösten. Layout und Bestätigungslogik variierten zwischen unterschiedlichen Kaufsituationen. Tastendrücke, die in einem Kontext eine unkritische Aktion auslösten, bestätigten in einem anderen Kontext einen kostenpflichtigen Kauf. Hinzu kam, dass Kinder ohne erforderliche Zustimmung der Eltern Käufe tätigen konnten. Die FTC ordnet diese Gestaltungsmuster der Kategorie der Dark Patterns zu, also Designentscheidungen, die Nutzer gezielt zu Handlungen gegen ihre eigentliche Absicht lenken.

Ein weiterer Punkt betrifft den Umgang mit Zahlungsstreitigkeiten. Laut FTC sperrte Epic Games die Konten von Kunden, die unautorisierte Belastungen über ihr Kreditkartenunternehmen anfochten. Mit der Sperrung verloren die Betroffenen den Zugriff auf sämtliche zuvor erworbenen Inhalte, deren Wert sich auf mehrere Tausend US-Dollar summieren konnte. Selbst nach einer Entsperrung wurden Nutzer darauf hingewiesen, dass eine erneute Anfechtung künftiger Belastungen zu einer dauerhaften Sperre führen könne.

Affirmative Zustimmung als künftiger Maßstab

Die Anordnung untersagt Epic Games, Verbraucher mittels Dark Patterns oder anderweitig ohne deren ausdrückliche Zustimmung zu belasten. Vor einer Belastung muss das Unternehmen künftig eine affirmative, also aktiv erteilte Einwilligung einholen. Zudem ist es Epic Games verboten, Spieler aus ihren Konten auszusperren, weil sie unautorisierte Belastungen angefochten haben. Damit verschiebt sich der Maßstab für die Gestaltung von Store- und Kauf-Oberflächen weg von voreingestellten Zustimmungen hin zu einer nachweisbaren, bewussten Bestätigung durch den Nutzer.

Für Plattform- und Spielebetreiber hat der Fall Präzedenzcharakter, da er konkretisiert, welche Elemente einer Kauf-UI als unzulässige Dark Patterns gewertet werden können. Die 245 Millionen US-Dollar fließen in einen Fonds zur Entschädigung betroffener Verbraucher, später begann die FTC mit der Auszahlung an geschädigte Nutzer. Wie eng faire Kaufgestaltung mittlerweile mit der Regulierung verzahnt ist, zeigt auch der Digital Fairness Act auf europäischer Ebene. Zusammen mit der COPPA-Strafe zählt das Verfahren zu den bislang umfangreichsten Vorgehen der Behörde gegen Gestaltungspraktiken im Bereich digitaler Spiele.

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