NVIDIA bringt GeForce RTX 5070 mit Blackwell-Architektur und DLSS 4 für 549 US-Dollar

NVIDIA hat auf der CES am 6. Januar 2025 die GeForce-RTX-50-Serie auf Basis der Blackwell-Architektur angekündigt. Den Einstieg in die neue Generation markiert die GeForce RTX 5070 zu einem Listenpreis von 549 US-Dollar. Die Karte liefert laut Hersteller 988 AI TOPS und stützt sich auf die fünfte Generation der Tensor Cores sowie die vierte Generation der RT Cores. Der Verkaufsstart der RTX 5070 erfolgte am 5. März 2025. Oberhalb des Einstiegsmodells positioniert NVIDIA die RTX 5070 Ti zu 749 US-Dollar mit 1.406 AI TOPS, die RTX 5080 zu 999 US-Dollar mit 1.801 AI TOPS sowie das Spitzenmodell RTX 5090 zu 1.999 US-Dollar mit 3.352 AI TOPS.

Die Ankündigung dreht sich weniger um die Rohleistung der Rasterisierung als um die KI-gestützte Bilderzeugung. Mit DLSS 4 führt NVIDIA die sogenannte Multi Frame Generation ein. Die Technik nutzt KI, um bis zu drei zusätzliche Bilder pro gerendertem Bild zu erzeugen. NVIDIA beziffert den daraus resultierenden Zuwachs gegenüber konventionellem Rendering auf bis zum Achtfachen. Ergänzt wird dies durch Neural Rendering, etwa RTX Neural Faces, das aus einem einfach rasterisierten Gesicht samt 3D-Posendaten mittels generativer KI ein zeitlich stabiles, hochaufgelöstes digitales Gesicht in Echtzeit berechnet.

KI-Bildgenerierung als neuer Leistungshebel

Mit Blackwell verschiebt sich der Schwerpunkt der Leistungssteigerung. Statt allein über mehr Shader-Einheiten und höhere Taktraten zu skalieren, verlagert NVIDIA einen wachsenden Anteil der dargestellten Bildinhalte auf die Tensor Cores. Für Game-Engines heißt das: Die nativ gerenderte Bildrate und die ausgegebene Bildrate werden zunehmend entkoppelt. Entwickler integrieren die Frame-Generation und das Upscaling über das DLSS-SDK, womit die Bildqualität und die Latenz von der Qualität der KI-Modelle und der Integration im Renderpfad abhängen. Die Multi Frame Generation der RTX-50-Serie setzt auf die Hardware-Fähigkeiten der Blackwell-Generation und steht auf älteren Karten nicht zur Verfügung.

Offen bleibt, wie die durch KI erzeugten Zwischenbilder die wahrgenommene Reaktionszeit beeinflussen. Generierte Bilder erhöhen die Flüssigkeit der Darstellung, tragen aber selbst keine neue Eingabeinformation. NVIDIA begegnet dem mit Reflex-Techniken zur Latenzreduktion. Das Neural Rendering wiederum verlagert Teile der Material- und Geometrieberechnung in trainierte Modelle, was den Speicherbedarf und die Berechnung klassischer Assets verschieben kann. Bei der RTX 5070 ist die Speicherausstattung von 12 GByte GDDR7 in diesem Zusammenhang ein relevanter Faktor für höhere Auflösungen. Wie sich die Spitzenkonfiguration in kompakter Bauform schlägt, zeigt etwa der Asus ROG NUC mit RTX-5090-Laptop-GPU.

Ein umkämpftes Marktsegment

Der Einstiegspreis von 549 US-Dollar platziert die RTX 5070 in einem hart umkämpften Segment. AMD positioniert die Radeon-RX-9070-Serie zum gleichen Listenpreis, womit der Wettbewerb im preissensiblen Mittelbereich über Funktionsumfang und KI-Fähigkeiten ausgetragen wird. NVIDIAs Argumentation zielt darauf, über DLSS 4 eine Leistung anzubieten, die über die reine Hardware-Spezifikation hinausgeht. Damit wandert ein Teil des Leistungsvergleichs von messbaren Rohwerten hin zu Software- und Modellqualität, was die Vergleichbarkeit zwischen Produkten und Generationen erschwert.

Für Studios und Plattformbetreiber hat das Folgen bei der Optimierung. Stammt ein wachsender Anteil der wahrgenommenen Leistung aus KI-Bildgenerierung, gewinnt die enge Verzahnung von Engine, Treiber und KI-Modellen an Gewicht. Die Beschränkung der Multi Frame Generation auf die RTX-50-Serie schafft zudem eine Fragmentierung im PC-Markt, da identische Spiele auf unterschiedlichen Hardware-Generationen deutlich abweichende Bildraten erreichen. Die ökonomische Logik der Aufrüstung verlagert sich damit weg von der reinen Rechenleistung hin zur Verfügbarkeit der jeweils aktuellen KI-Funktionen.

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