Ofcom veröffentlicht Online-Safety-Act-Leitlinien für Online-Videospiele

Die britische Regulierungsbehörde Ofcom hat am 24. Oktober 2025 spezifische Leitlinien veröffentlicht, die erklären, wie der UK Online Safety Act auf Online-Videospiele anzuwenden ist. Damit wird klarer, unter welchen Bedingungen Spieleanbieter als regulierte Dienste gelten und welche Pflichten daraus folgen. Der Geltungsbereich reicht über das Vereinigte Königreich hinaus. Auch Anbieter mit Sitz im Ausland fallen darunter, sofern ein hinreichender Bezug zu britischen Nutzerinnen und Nutzern besteht.

Welche Spiele unter den Geltungsbereich fallen

Maßgeblich ist nach den Leitlinien, ob ein Dienst Interaktion zwischen Nutzern oder das Erstellen, Teilen und Hochladen von Inhalten ermöglicht. Ofcom nennt dazu konkret Matchmaking-Systeme, Team-Chat und offene Voice-Kanäle als Beispiele für Nutzerinteraktion. Auch Multiplayer-Lobbys, Livestreaming sowie das Erstellen von Profilen oder Avataren werden erfasst. Bereits das bloße Zusammenführen von Spielern mit Fremden in einer Lobby genügt, damit ein Dienst den neuen Standards unterliegt. Nicht erfasst werden hingegen Inhalte, die ausschließlich vom Entwickler stammen, etwa Offline-Story-Modi oder offizielle herunterladbare Inhalte. Die Durchsetzung von PEGI-Altersfreigaben bleibt nach Darstellung der Behörde ebenfalls außerhalb des Anwendungsbereichs. Den Fokus auf Alterskontrollen kennt man bereits aus der Praxis großer Plattformen, etwa als Discord seine Altersprüfung auf weitere Länder ausweitete.

Pflichten, Risikokategorien und Hilfsmittel

Regulierte Dienste müssen die Risiken durch illegale Inhalte sowie durch für Kinder schädliche Inhalte bewerten und anschließend Schutzmaßnahmen einführen. Dazu zählen Zugangs- und Risikobewertungen für Kinder, das Führen von Aufzeichnungen sowie regelmäßige Überprüfungen der Sicherheitsprozesse. Im Register of Risks hat Ofcom 17 Arten illegaler Inhaltsrisiken erfasst, darunter Terrorismus, sexuelle Ausbeutung von Kindern, Hassdelikte und Belästigung. Hinzu kommen 12 Arten von Schäden für Kinder, etwa Mobbing sowie gewalttätige oder missbräuchliche Inhalte. Laut den von Ofcom angeführten Daten berichten 13- bis 17-Jährige von Sorgen über Trolling (47 Prozent), einmaliges missbräuchliches Verhalten oder Drohungen (45 Prozent) und gezielte Belästigung (37 Prozent). Zur Umsetzung stellt die Behörde Werkzeuge und Vorlagen bereit, dazu das Register of Risks, das die zentralen Problemfelder beschreibt. Ähnliche Bewegungen gibt es auch andernorts in der Branche, etwa als Discord seine „Teen-by-Default“-Einstellungen weltweit einführte.

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