Ubisoft: Tencents 1,16-Milliarden-Euro-Investment in Vantage Studios vollzogen

Ubisoft hat am 21. November 2025 den Vollzug von Tencents strategischem Investment in die Tochtergesellschaft Vantage Studios bestätigt. Tencent bringt 1,16 Milliarden Euro in bar ein und hält nach Abschluss der Transaktion einen wirtschaftlichen Anteil von 26,32 Prozent an der Einheit, die formal als Ubisoft Nova SAS firmiert. Die Bewertung setzt Vantage Studios bei einem Pre-Money-Unternehmenswert von 3,8 Milliarden Euro an.

Die Gesellschaft bündelt die drei umsatzstärksten Marken des Konzerns: Assassin’s Creed, Far Cry und Tom Clancy’s Rainbow Six. Vantage Studios ist seit dem 1. Oktober 2025 operativ tätig und wird von den Co-CEOs Charlie Guillemot und Christophe Derennes geführt. Ubisoft bleibt trotz der Beteiligung alleiniger kontrollierender Gesellschafter und konsolidiert die Einheit weiterhin vollständig im eigenen Abschluss.

Struktur und Schutzklauseln der Beteiligung

Tencent bleibt mit dem 26,32-Prozent-Anteil Minderheitsgesellschafter ohne kontrollierenden Einfluss. Die Vereinbarung sieht eine fünfjährige Haltefrist für die von Tencent gezeichneten Wertpapiere vor. Zusätzlich verpflichtet sich Ubisoft, für zwei Jahre nach dem Closing die Mehrheit an Stimmrechten und Kapital der Tochter zu halten. Die operative Hoheit liegt damit weiter bei Ubisoft, Tencent partizipiert über den Kapitalzufluss am künftigen Wertzuwachs der ausgegliederten Marken.

Der Mittelzufluss stärkt die Bilanz des Mutterkonzerns und gehört zu einem länger angelegten Umbau. Im Frühjahr 2025 war die Ubisoft-Aktie zeitweise unter neun Euro gerutscht, danach kündigte das Unternehmen die Auslagerung der drei Kernfranchises in eine eigene Einheit an, um Autonomie und Fokus der Studios zu erhöhen. Co-Founder und CEO Yves Guillemot nannte das Closing einen zentralen Teil der laufenden Transformation des Unternehmens und sprach davon, den Wert der Marken zu verstetigen.

Ausbau der Franchises zu Markenökosystemen

Mit der eigenständigen Einheit verfolgt Ubisoft das Ziel, Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six zu Markenökosystemen mit Milliardenpotenzial auszubauen. Martin Lau, President von Tencent, verwies auf die kreative Ausrichtung des Teams und das Vorhaben, das Wachstum der drei Reihen zu beschleunigen. Für Tencent ist die Beteiligung eine weitere Vertiefung der bestehenden Verbindung zu Ubisoft, deren Kapitalstruktur der chinesische Konzern bereits zuvor mitgeprägt hatte. Zuletzt hatte Tencent vor allem durch die Aufnahme auf eine US-Liste mit angeblichen Militärverbindungen für Schlagzeilen gesorgt.

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