Microsoft hat das neue Betriebssystem Windows 11 am 24. Juni 2021 vorgestellt und dabei Gaming zu einem der tragenden Themen gemacht. Im Mittelpunkt der Spielefunktionen stehen zwei Technologien, die ihren Ursprung auf der Xbox-Plattform haben: Auto HDR und DirectStorage. Microsoft-Produktchef Panos Panay positioniert beide als feste Bestandteile des Systems und nicht als optionale Zusatzpakete. Damit wandern Funktionen, die zuvor an die Xbox Series X und Series S gekoppelt waren, in den PC-Unterbau.
Auto HDR und DirectStorage als Kern der Spielefunktionen
Auto HDR erweitert Titel ab DirectX 11 automatisch um High Dynamic Range, ohne dass die Spiele selbst dafür angepasst werden müssen. Microsoft nennt zum Start über 1.000 unterstützte Spiele, darunter Age of Empires: Definitive Edition, Rocket League, DayZ und Doom 64. Die Funktion stammt direkt von der aktuellen Xbox-Generation, wo sie bereits älteren Titeln einen erweiterten Farbraum verleiht.
DirectStorage adressiert die Ladezeiten und den Datendurchsatz beim Streaming von Spieldaten. Die Schnittstelle erlaubt es, Assets ohne Umweg über eine stark ausgelastete CPU direkt zur Grafikkarte zu transportieren. Voraussetzung ist eine NVMe-SSD sowie eine DirectX-12-GPU mit Unterstützung für Shader Model 6.0. Microsoft koppelt die PC-Variante der Technik an Windows 11 und grenzt sie damit von Windows 10 ab. Auf der Konsolenseite bildet DirectStorage das technische Fundament der Velocity Architecture in Series X und Series S, deren schnelle Speichererweiterung auf demselben Prinzip aufbaut.
Xbox-App und Game Pass rücken näher an das System
Neben den beiden Grafik- und Ladetechniken bindet Microsoft das Xbox-Ökosystem enger in das Betriebssystem ein. Eine überarbeitete Xbox-App ist in Windows 11 vorinstalliert und bündelt Bibliothek, Store und den Zugang zum Xbox Game Pass für PC. Über die App läuft auch Xbox Cloud Gaming, sodass Abonnenten Titel ohne lokale Installation streamen können. Der Game Pass selbst umfasst nach Microsoft-Angaben über 100 PC-Spiele mit laufenden Erweiterungen des Katalogs.
Auto HDR und DirectStorage wandern damit von der Konsole in den Windows-Kern. Funktionen, die bislang als Verkaufsargument der Xbox Series X und Series S galten, werden zu Bestandteilen der Plattform selbst. Für Spieleentwickler entsteht so eine gemeinsame technische Basis über beide Zielsysteme hinweg, ein Gedanke, den Microsoft später unter dem Leitsatz „Build for What’s Next“ weiterführen sollte. Detaillierte Hardware-Anforderungen für DirectStorage und die genaue Liste der Auto-HDR-Titel will Microsoft im weiteren Verlauf des Insider-Programms präzisieren.