Microsoft stellt seinen Musik-Streamingdienst Groove Music Pass ein und leitet die zahlenden Abonnenten zu Spotify weiter. Das Unternehmen hat am 2. Oktober 2017 angekündigt, dass die Groove Music App nach dem 31. Dezember 2017 keine Option mehr bietet, Musik zu streamen, zu kaufen oder herunterzuladen. Damit verlässt Microsoft den Wettbewerb um abonnementbasiertes Musik-Streaming und verweist seine Kundschaft auf den Marktführer.
Verantwortlich für die Mitteilung zeichnet Jerry Johnson, der die Partnerschaft im Windows-Blog vorstellte. Kern der Vereinbarung ist eine Migrationsfunktion, mit der Groove-Music-Pass-Kunden ihre bestehenden Sammlungen und Wiedergabelisten direkt nach Spotify übertragen können. Die dafür notwendige Aktualisierung der Groove Music App für Windows 10 und Xbox One ging zunächst an Teilnehmer des Windows-Insider-Programms in der Woche des 2. Oktober 2017 und wurde in der Woche des 9. Oktober 2017 breit ausgerollt. Die Übertragung der Inhalte ist nach Angaben von Microsoft mindestens bis zum 31. Januar 2018 möglich.
Migration nach Spotify und 60-Tage-Angebot
Der Wechsel läuft aus der Groove Music App heraus über einen mehrstufigen Vorgang ab. Wer migriert, verbindet ein bestehendes Spotify-Konto oder legt ein neues an. Anschließend wandern Sammlung und Wiedergabelisten in den Dienst. Als Anreiz nennt Microsoft ein 60-tägiges kostenloses Probeabo von Spotify Premium, das berechtigten Groove-Music-Pass-Kunden offensteht. Die genauen Bedingungen zur Berechtigung lagert Microsoft in eine begleitende FAQ aus. Nach dem Stichtag bleibt die Groove Music App erhalten, beschränkt sich dann aber auf die Wiedergabe und Verwaltung bereits erworbener Musik.
Die Einstellung beendet Microsofts mehrjährigen Versuch, sich im Musik-Streaming gegen etablierte Anbieter zu behaupten. Der Dienst war aus dem früheren Xbox Music hervorgegangen und 2015 in Groove Music umbenannt worden. Eine eigene Reichweite im Streaming baut Microsoft damit nicht weiter auf, sondern setzt auf eine erweiterte Partnerschaft mit Spotify und übergibt den Kundenstamm an den größten Anbieter des Segments. Für die Xbox-Plattform entfällt damit die hauseigene Musik-Streaming-Lösung, Spotify wird zur empfohlenen Alternative. Der Dienst war aus dem früheren Xbox Music hervorgegangen und 2015 in Groove Music umbenannt worden. Die übrigen Angebote des Windows Stores im Bereich Filme und Serien bleiben von der Maßnahme unberührt.