Start Finanzen SEC: Activision Blizzard zahlt 35 Millionen US-Dollar wegen fehlender Disclosure-Controls und Whistleblower-Verstoß

SEC: Activision Blizzard zahlt 35 Millionen US-Dollar wegen fehlender Disclosure-Controls und Whistleblower-Verstoß

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SEC: Activision Blizzard zahlt 35 Millionen US-Dollar wegen fehlender Disclosure-Controls und Whistleblower-Verstoß
SEC: Activision Blizzard zahlt 35 Millionen US-Dollar wegen fehlender Disclosure-Controls und Whistleblower-Verstoß - Bild: offizielle Quelle

Die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) teilte am 3. Februar 2023 mit, dass Activision Blizzard 35 Millionen US-Dollar zahlt, um zwei Vorwürfe beizulegen. Es geht zum einen um unzureichende Disclosure-Controls, also fehlende interne Verfahren, um Beschwerden über Fehlverhalten am Arbeitsplatz zu erfassen und zu bewerten. Zum anderen geht es um einen Verstoß gegen die Whistleblower-Schutzregel der Behörde. Der Konzern stimmte einer Unterlassungsverfügung (Cease-and-Desist Order) zu, ohne die Feststellungen der SEC einzuräumen oder zu bestreiten.

Fehlende Kontrollverfahren bei der Erfassung von Beschwerden

Laut SEC war Activision Blizzard zwischen 2018 und 2021 klar, dass es ein wesentliches Geschäftsrisiko bedeutet, Beschäftigte zu gewinnen, zu halten und zu motivieren. Trotzdem fehlten dem Unternehmen über seine getrennt operierenden Geschäftseinheiten hinweg die nötigen Verfahren, um Beschwerden über Fehlverhalten am Arbeitsplatz zentral zu sammeln und zu analysieren. Ohne solche Kontrollen konnte das Management nach Auffassung der Behörde nicht zuverlässig beurteilen, ob die Angaben zu Personalrisiken in den Pflichtberichten vollständig und zutreffend waren. Damit rechnet die SEC das Versäumnis den Berichtspflichten nach dem Securities Exchange Act zu, nicht allein arbeitsrechtlichen Fragen.

Jason Burt, Director des Denver Regional Office der SEC, sagte, das Unternehmen habe es versäumt, die erforderlichen Kontrollen zur Sammlung und Prüfung von Beschwerden über Fehlverhalten am Arbeitsplatz einzurichten. Die Behörde sieht den Fall als Beispiel dafür, dass Angaben zu Personal und Arbeitsumfeld für Investoren bewertungsrelevant sein können und deshalb mit geeigneten internen Verfahren abgesichert werden müssen.

Verstoß gegen die Whistleblower-Schutzregel 21F-17

Der zweite Vorwurf betrifft die Whistleblower-Schutzregel 21F-17(a). Sie verbietet Unternehmen, Beschäftigte daran zu hindern, sich direkt an die SEC zu wenden. Zwischen 2016 und 2021 nutzte Activision Blizzard Vorlagen für Aufhebungs- und Trennungsvereinbarungen, die ausscheidende Beschäftigte verpflichteten, das Unternehmen zu informieren, falls eine Behörde sie im Zusammenhang mit einer Meldung oder Beschwerde kontaktierte. Diese Meldepflicht konnte Betroffene nach Einschätzung der SEC davon abhalten, sich an die Aufsicht zu wenden, auch wenn die Vereinbarungen die Kommunikation mit der SEC formal nicht untersagten.

Anfang 2022 entfernte Activision Blizzard die beanstandete Klausel aus seinen Trennungsvereinbarungen. Mit der Zustimmung zur Unterlassungsverfügung und der Zahlung von 35 Millionen US-Dollar ist das Verfahren abgeschlossen, ohne dass das Unternehmen die Vorwürfe eingeräumt oder bestritten hat. Der Fall fällt in eine Phase, in der Activision Blizzard wegen Vorwürfen zum Arbeitsumfeld ohnehin stark in der öffentlichen und regulatorischen Beobachtung stand.

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