Xbox und Inworld AI, ein auf generative Sprachmodelle spezialisiertes Unternehmen, haben am 6. November 2023 eine mehrjährige Partnerschaft angekündigt. Ziel ist es, gemeinsam KI-Werkzeuge für Spieleentwickler zu bauen. Inworld AI bringt seine Erfahrung mit generativen Modellen für Charaktere ein. Microsoft steuert seine cloudbasierten KI-Dienste bei, darunter den Azure OpenAI Service, dazu kommen die Entwicklerwerkzeuge des Xbox-Teams. Geleitet wird das Vorhaben von Haiyan Zhang, General Manager of Gaming AI bei Xbox.
Zwei Werkzeuge für Dialog, Erzählung und Quest-Design
Konkret geht es um zwei technische Komponenten. Ein AI Design Copilot soll Spieledesigner in der Entwurfsphase begleiten. Aus Eingaben formt er ausgearbeitete Skripte, Dialogbaeume und Quest-Strukturen. Daneben ist eine AI Character Runtime Engine geplant, die sich in den Spiel-Client integrieren lässt und dort dynamisch Erzählungen, Quests und Dialoge generiert. Der Copilot setzt also beim Produktionsprozess der Studios an, die Runtime-Komponente dagegen bei der Laufzeit im fertigen Spiel, also bei der direkten Interaktion mit den Spielern.
Technisch baut das Ganze auf den generativen Modellen von Inworld AI auf, kombiniert mit dem Azure OpenAI Service. Inworld AI gehört zum Portfolio des Microsoft-Wagniskapitalarms M12. Eingebunden ist außerdem Microsoft Research, das Erkenntnisse zur künftigen Gestaltung von Spielerfahrungen beisteuert. Die Werkzeuge sind plattformübergreifend angelegt und sollen Entwicklern jeder Größe offenstehen. Wie Microsoft solche KI-Vorhaben finanziert und priorisiert, zeigte sich zuletzt auch an anderer Stelle, etwa rund um den Azure OpenAI Service und die damit verbundenen Umbauten im Konzern.
Drei Leitlinien und offene Fragen zum Start
Xbox nennt drei Leitlinien für die Initiative: sinnvolle Innovation, die Befaehigung von Menschen und Organisationen sowie ein verantwortungsvoller Umgang nach dem konzernweiten Rahmen von Microsoft für verantwortungsvolle KI. Aus dem Zusammenspiel von Entwurfs-Copilot und Laufzeit-Engine wird klar, dass generative Verfahren sowohl in der Produktion als auch im laufenden Spielbetrieb greifen sollen. Konkrete Verfügbarkeitstermine oder Studios, die die Werkzeuge zuerst nutzen, gab es zum Zeitpunkt der Ankündigung noch nicht.