Microsoft bietet erstmals in seiner Geschichte einen freiwilligen Buyout für Teile der US-Belegschaft an. Das geht aus einem internen Memo von Chief People Officer Amy Coleman hervor, das der Konzern am 23. April 2026 intern verschickte. Wer will, kann das Unternehmen gegen eine Abfindung auf eigenen Wunsch verlassen. Ein solches Programm hat es in den rund 51 Jahren der Firmengeschichte noch nie gegeben. Coleman, Executive Vice President und Chief People Officer, schrieb in dem Memo, das CNBC vorlag: „Our hope is that this program gives those eligible the choice to take that next step on their own terms, with generous company support.“
Regel der 70 als zentrales Kriterium
Wer teilnehmen darf, hängt an klar definierten Bedingungen. Den Ausschlag gibt die intern als „Rule of 70“ bezeichnete Schwelle: Lebensalter und Betriebszugehörigkeit in Jahren müssen zusammen mindestens 70 ergeben. Eine 52-jährige Person mit 18 Dienstjahren erfüllt das Kriterium, ältere Beschäftigte mit kürzerer Zugehörigkeit ebenso. Gemeint sind US-Mitarbeitende bis einschließlich der Ebene Senior Director. Wer darüber steht oder einem Sales-Incentive-Plan unterliegt, bleibt außen vor. Nach Angaben einer mit den Plänen vertrauten Person, die anonym bleiben wollte, kommen rund sieben Prozent der US-Belegschaft für das Angebot infrage. Bei etwa 125.000 Beschäftigten in den USA sind das ungefähr 8.750 Personen.
Wahlangebot statt angeordneter Streichung
Die personalisierten Programmunterlagen sollen die infrage kommenden Beschäftigten und deren Führungskräfte am 7. Mai erhalten. Das Vorgehen weicht deutlich von den unfreiwilligen Stellenstreichungen ab, die Microsoft im Vorjahr durchzog. Hier ordnet der Konzern nichts an, sondern legt ein Wahlangebot vor. Branchenüblich kann ein solches Paket Abfindungszahlungen, verlängerte Gesundheitsleistungen und beschleunigte Aktienzuteilungen enthalten. Der Schritt fällt in eine Phase, in der die Technologiebranche ihre Strukturen rund um den Ausbau von KI-Kapazitäten umbaut. Mehrere US-Konzerne greifen dabei verstärkt zu freiwilligen Austrittsangeboten statt zu Entlassungen.
