Microsoft, NVIDIA und Anthropic haben am 18. November 2025 strategische Partnerschaften angekündigt, die Compute-Bezug, Kapitalbeteiligungen und Modellverfügbarkeit zusammenführen. Im Zentrum steht eine Zusage von Anthropic, Azure-Compute im Volumen von 30 Milliarden US-Dollar abzunehmen und zusätzliche Kapazität von bis zu einem Gigawatt zu kontrahieren. Gleichzeitig beteiligen sich beide Infrastrukturpartner finanziell an Anthropic: NVIDIA mit bis zu 10 Milliarden US-Dollar, Microsoft mit bis zu 5 Milliarden US-Dollar.
Die Konstruktion koppelt also eine Abnahmeverpflichtung auf Kundenseite an Eigenkapitalzusagen auf Anbieterseite. Anthropic sichert sich Rechenkapazität bei Azure, Microsoft und NVIDIA partizipieren über ihre Investitionen am Geschäft des Modellanbieters. Die zugesagte Kapazität soll laut Microsoft zunächst bis zu ein Gigawatt umfassen und auf NVIDIA-Systemen der Architekturen Grace Blackwell und Vera Rubin laufen.
30 Milliarden Dollar Compute, Milliarden an Beteiligung
Die 30 Milliarden US-Dollar an Azure-Compute beziffern den finanziellen Umfang der Abnahmeverpflichtung. Dazu kommt die Option auf zusätzliche Kapazität von bis zu einem Gigawatt, womit die Vereinbarung neben dem reinen Dollarbetrag auch eine konkrete Leistungsgröße festschreibt. NVIDIA und Anthropic verabredeten zudem eine technische Zusammenarbeit bei Design und Engineering. Sie zielt darauf, die Anthropic-Modelle bei Leistung, Effizienz und Total Cost of Ownership zu verbessern und künftige NVIDIA-Architekturen auf die Workloads von Anthropic zuzuschneiden.
Auf der Kapitalseite stehen die beiden Zusagen: bis zu 10 Milliarden US-Dollar von NVIDIA, bis zu 5 Milliarden US-Dollar von Microsoft. Beide Summen sind als Obergrenzen formuliert. Infrastruktur, Hardware und Modellentwicklung landen damit in einem gemeinsamen Rahmen, in dem alle drei Unternehmen zugleich Anbieter und Abnehmer sind.
Claude kommt in Foundry und bleibt in Copilot
Über Microsoft Foundry bekommen Kunden Zugriff auf die aktuellen Frontier-Modelle von Anthropic. Genannt sind Claude Sonnet 4.5, Claude Opus 4.1 und Claude Haiku 4.5. Nach Angaben von Microsoft wird Claude durch die Partnerschaft zum einzigen Frontier-Modell, das auf allen drei führenden Cloud-Plattformen läuft. Die Modellauswahl innerhalb von Azure wächst damit, ohne dass bestehende Angebote anderer Anbieter wegfallen.
Außerdem bestätigte Microsoft, dass die Claude-Modelle weiterhin in GitHub Copilot, Microsoft 365 Copilot und Copilot Studio verfügbar bleiben. Für Entwickler und Unternehmenskunden heißt das: durchgängiger Zugriff auf die Modelle, sowohl über die zentrale Foundry-Plattform als auch über die Copilot-Produktlinie. Die technische Abstimmung zwischen NVIDIA und Anthropic setzt dabei an der Effizienz der Modelle auf der darunterliegenden Hardware an.
