Das Piraten-Abenteuer Sea of Thieves von Rare ist am 30. April 2024 für die PlayStation 5 erschienen. Zum ersten Mal in der rund 40-jährigen Geschichte des britischen Studios landet damit ein Rare-Titel auf einer PlayStation-Plattform. Der Release gehört zur Multiplattform-Strategie, die Xbox im Februar 2024 angeschoben hatte und die neben Sea of Thieves auch Pentiment, Hi-Fi Rush und Grounded betraf.
Der Start auf der Sony-Konsole fiel mit dem Beginn von Season 12 zusammen, der ersten kompletten Spielsaison für PS5-Besitzer. Sea of Thieves erlaubt Crossplay zwischen Xbox, PlayStation und PC, womit die vorhandene Spielerbasis nicht nach Systemen auseinanderfällt. Rare will so die seit dem Erstrelease 2018 gewachsene Community vergrößern, statt sie zu zerteilen.
Warum sich der Schritt für Microsoft rechnet
Bislang waren Erstanbieter-Titel strikt ans Xbox-Ökosystem gebunden. Mit der Veröffentlichung auf der PS5 fällt diese Grenze. Für Microsoft geht es vor allem um Reichweite: Ein Live-Service-Titel wie Sea of Thieves verdient sein Geld nicht über den reinen Softwareverkauf, sondern über laufende Einnahmen aus In-Game-Käufen und saisonalen Inhalten. Je größer die installierte Basis, desto mehr wiederkehrende Erlöse lassen sich über den gesamten Lebenszyklus erzielen. Wer tiefer in die Hintergründe einsteigen will, findet weitere Analysen bei XboxDev.
In der Anfangsphase ging die Rechnung auf. Im Mai 2024, kurz nach dem PS5-Start, war Sea of Thieves der meistheruntergeladene Titel im nordamerikanischen PlayStation Store. Das spricht dafür, dass etablierte Xbox-Marken außerhalb des eigenen Systems neue Käuferschichten erreichen, ohne dass die eigene Plattform darunter leidet.
Was der Release für Rare heißt
Für Rare öffnet sich nach Jahrzehnten die Vertriebsbasis. Das Studio war zuerst eng an Nintendo gebunden, später an Microsoft, und gehört seit der Übernahme 2002 zum Konzern. Auf einer PlayStation-Konsole war zuvor kein einziger Rare-Titel erschienen. Sea of Thieves zeigt nun, wie sich ein über Jahre gepflegter Live-Service-Titel auf eine Konkurrenzplattform bringen lässt, samt der technischen Arbeit für den plattformübergreifenden Mehrspielerbetrieb.
Details zu Editionen, Bundles und Preisen hielt das Studio zur Ankündigung erst zurück und reichte sie nach und nach nach. Die vier im Frühjahr 2024 portierten Titel decken verschiedene Genres und Geschäftsmodelle ab, vom Solo-Erlebnis bis zum dauerhaft betreuten Online-Spiel. Sea of Thieves ist davon der umsatzstärkste und reichweitenstärkste Vertreter, an dem sich am klarsten ablesen lässt, ob die Multiplattform-Ausrichtung wirtschaftlich trägt.