Microsoft hat am 24. Januar 2023 die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2023 vorgelegt, also für das Quartal zum 31. Dezember 2022. Der Konzernumsatz lag bei 52,7 Milliarden US-Dollar, ein Plus von zwei Prozent. Das operative Ergebnis kam auf 20,4 Milliarden US-Dollar nach GAAP und fiel um acht Prozent. Der Nettogewinn betrug 16,4 Milliarden US-Dollar GAAP und sank um zwölf Prozent. Beim verwässerten Ergebnis je Aktie standen 2,20 US-Dollar GAAP zu Buche, elf Prozent weniger als im Vorjahresquartal.
Gaming-Umsatz und Hardware unter Druck
Im Segment More Personal Computing, in dem Microsoft das Gaming-Geschäft ausweist, lag der Umsatz bei 14,2 Milliarden US-Dollar. Das sind 19 Prozent weniger, in konstanter Währung 16 Prozent. Der Gaming-Umsatz allein sank laut Microsoft um 684 Millionen US-Dollar, also um 13 Prozent. Verantwortlich waren Rückgänge bei Xbox Content and Services und bei der Xbox-Hardware. Die Content-and-Services-Erlöse fielen um zwölf Prozent, in konstanter Währung um acht Prozent. Microsoft führt das auf einen starken Vorjahresvergleich zurück, der von eigenen Veröffentlichungen geprägt war, dazu auf weniger First-Party-Inhalte und eine niedrigere Monetarisierungsrate bei Drittanbieter-Inhalten.
Der Hardware-Umsatz ging ebenfalls um 13 Prozent zurück. Als Grund nennt Microsoft niedrigere Preise und ein geringeres Verkaufsvolumen bei den Konsolen. Bei den übrigen Segmentkennzahlen sah es teils noch deutlicher aus: Windows OEM verlor 39 Prozent, das Gerätegeschäft (Devices) ebenfalls 39 Prozent und in konstanter Währung 34 Prozent. Gegen den Trend liefen die Werbeerlöse aus Search and News ohne Traffic-Acquisition-Kosten, sie legten um zehn Prozent zu, in konstanter Währung um 15 Prozent.
Das Abomodell faengt einen Teil des Einbruchs ab
Als Gegengewicht zu den Rückgängen nennt Microsoft das Wachstum bei den Abonnements. Der Konzern rechnet es als teilweisen Ausgleich für die schwaecheren Content-and-Services-Erlöse gegen. Damit daempft das Modell den Effekt der ausbleibenden First-Party-Titel und der geringeren Monetarisierung bei Drittanbieter-Spielen. Den Gesamtrückgang im Gaming-Geschäft holt es aber nicht wieder auf, wie sich auch bei Xbox Game Pass zeigt.
Das Quartal zeigt eine klare Verschiebung im Gaming-Geschäft: weg von einmaligen Hardware- und Software-Verkäufen, hin zu wiederkehrenden Erlösen aus Abonnements. Das Konsolengeschäft gab sowohl beim Preis als auch beim Volumen nach, das Abomodell bleibt der einzige ausgewiesene Wachstumstreiber im Gaming-Bereich. Die kompletten Quartalszahlen sind zu finden in der Pressemitteilung von Microsoft, die bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht wurde.
