Microsoft übernimmt PlayFab und integriert die Live-Ops-Plattform in Azure

Microsoft hat am 29. Januar 2018 die Übernahme von PlayFab bekanntgegeben. Das Unternehmen sitzt in Seattle und betreibt eine Backend-Plattform, über die Studios cloudgestützte Spiele für Mobilgeräte, PC und Konsolen aufbauen, veröffentlichen und betreiben. Verkündet wurde der Zukauf von Kareem Choudhry, Corporate Vice President für die Gaming Cloud bei Microsoft. Zum Kaufpreis machte Microsoft keine Angaben. PlayFab landet in der Azure-Gaming-Gruppe.

Backend-Dienste für Entwicklung und Live-Betrieb

PlayFab bündelt eine Reihe von Backend-Diensten, die den Aufwand beim Start eines Titels senken sollen. Dazu gehören Werkzeuge für den laufenden Betrieb nach dem Release, für die Spielerbindung sowie für Datenanalyse und Monetarisierung. Das Modell skaliert mit der Nutzerzahl eines Spiels und ist sowohl für große als auch für kleine Studios gedacht. Zum Zeitpunkt der Ankündigung hatte die Plattform nach Microsofts Angaben mehr als 700 Millionen Spieler bedient und mehr als 1.200 Spiele angetrieben. Zu den Kunden gehörten Disney, Rovio und Atari, etwa mit Titeln wie Idle Miner Tycoon, Angry Birds: Seasons und Roller Coaster Tycoon Touch.

Was der Kauf für Azure bedeutet

Die PlayFab-Dienste ergänzen Microsofts eigene Cloud-Infrastruktur. Bei der Übernahme verwies das Unternehmen auf die globale Reichweite von Azure mit 42 Regionen, auf die PlayFab künftig zugreifen soll. Entwickler decken ihre Server-Anforderungen damit über Azure ab und können mehr Zeit in die eigentlichen Spielinhalte stecken. Der Zukauf passt zur größeren Ausrichtung des Konzerns auf das Spielegeschäft. Satya Nadella hatte den Markt auf der jährlichen Aktionärsversammlung als Gelegenheit von mehr als 100 Milliarden US-Dollar beschrieben, die Microsoft konsequenter angehen wolle. Mit PlayFab im Portfolio bietet Azure neben der reinen Infrastruktur nun auch spezialisierte Live-Ops- und Backend-Funktionen für die Spielebranche.

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