Mit Blender 5.1 legt die Blender Foundation ein Update vor, das weniger auf große neue Funktionen setzt, sondern bestehende Bereiche konsequent optimiert. Der Fokus liegt klar auf Performance, Stabilität und einer besseren Integration in professionelle Pipelines.
Mehr Leistung in Viewport und Rendering
Vor allem im täglichen Arbeiten macht sich Blender 5.1 bemerkbar. EEVEE startet schneller, da Shader und GPU-Pipelines parallel vorbereitet werden. Auch die Shader-Kompilierung selbst wurde beschleunigt. Gleichzeitig sinkt der Speicherbedarf, weil Texturen im Renderprozess effizienter verwaltet werden.
Cycles erhält ebenfalls ein Performance-Update. GPU-Rendering legt je nach Szene spürbar zu, während CPU-Rendering unter Windows deutlich schneller läuft. Für AMD-Hardware ist Raytracing über HIP RT jetzt standardmäßig aktiv.
Neu hinzu kommt ein Raycast-Node im Shading-System. Damit lassen sich Strahlen direkt im Materialkontext berechnen, was vor allem für stilisierte Renderings und NPR-Ansätze zusätzliche Möglichkeiten schafft. In EEVEE ist das aktuell noch auf Screen-Space beschränkt.
Animation wird spürbar schneller
Im Animationsbereich zeigt sich der Performance-Fokus besonders deutlich. Die Auswertung von Shape Keys und Actions wurde überarbeitet und läuft gerade bei komplexen Riggs deutlich flüssiger. Das wirkt sich direkt auf die Wiedergabe im Viewport aus.
Mit dem neuen „Smooth (Gaussian)“-Modifier lassen sich F-Curves zudem nicht-destruktiv glätten. Ergänzend wurden im Dope Sheet die Interpolationen farblich hervorgehoben, was die Analyse von Animationen erleichtert.
Geometry Nodes und prozedurale Workflows
Geometry Nodes werden weiter ausgebaut. Der neue „Bone Info“-Node erlaubt Zugriff auf Armature-Daten innerhalb von Node-Setups. Damit lassen sich riggesteuerte Effekte deutlich flexibler umsetzen.
Auch bei Text- und Kurvenverarbeitung gibt es Fortschritte, etwa durch ein erweitertes „String to Curves“-Node. Zusätzlich wurde das Volume-System weiterentwickelt, unter anderem mit neuen Nodes für Grid-Operationen. Für prozedurale Inhalte und Motion Graphics ergibt sich dadurch mehr Kontrolle.
Grease Pencil und Modeling im Detail verbessert
Beim Grease Pencil wurde das Fill-System grundlegend überarbeitet. Füllungen sind nicht mehr an Materialien gebunden und unterstützen jetzt auch komplexe Formen mit Löchern. Neue Werkzeuge erleichtern das Bearbeiten und Selektieren solcher Flächen.
Im Modeling-Bereich wurden vor allem bestehende Werkzeuge präziser gemacht. „Snap to Face Center“ erleichtert das exakte Platzieren von Elementen. Gleichzeitig bieten neue Optionen bei Loop- und Ring-Selektionen mehr Kontrolle, etwa entlang von Materialgrenzen oder scharfen Kanten.
Ein kleines, aber praxisnahes Detail: Nach Transformationen können Normalen jetzt automatisch korrigiert werden, was typische Fehler in Mirror-Workflows reduziert.
Compositing, Sequencer und Austauschformate
Auch im Compositor und Video Sequencer wurde nachgeschärft. Mehrere Effekte laufen deutlich schneller, teilweise mit doppelter Geschwindigkeit. Neu ist der „Sequencer Strip Info“-Node, der Timing- und Transformationsdaten für nodebasierte Übergänge bereitstellt.
Beim Datenaustausch wurden insbesondere USD-Workflows erweitert, etwa bei Materialdefinitionen und Python-Schnittstellen. glTF- und FBX-Export wurden stabilisiert, was vor allem im Zusammenspiel mit Game Engines relevant ist.
Zusätzlich unterstützt Blender jetzt das AVIF-Bildformat. Auch bestehende Formate wie OpenEXR profitieren von Optimierungen.
Fokus auf Codequalität und Pipeline-Kompatibilität
Ein wesentlicher Teil des Releases entfällt auf die technische Basis. Im Rahmen der „Winter of Quality“-Initiative wurden über 350 Fehler behoben und bestehender Code überarbeitet.
Parallel dazu wurde Blender auf die VFX Reference Platform 2026 aktualisiert. Neue Versionen von Python, OpenColorIO oder OpenVDB erleichtern die Integration in bestehende Studio-Setups und sorgen für mehr Kompatibilität im Produktionsumfeld.
Blender 5.1 wirkt damit weniger wie ein klassisches Feature-Update, sondern eher wie ein stabilisierender Schritt, der viele Bereiche im Detail verbessert und die Software im Alltag spürbar flüssiger macht.
