Ein chinesischer Bastler hat 2021 gezeigt, dass sich der proprietäre Speichererweiterungsanschluss der Xbox Series X|S technisch eng an NVMe- und CFexpress-Prinzipien anlehnt. In einem Beitrag auf Bilibili beschrieb Huashan Lunjian, wie eine alternative SSD über einen passenden Adapter an der Konsole getestet wurde.
Der Versuch baute auf früheren Teardowns der offiziellen Seagate Storage Expansion Card auf. Schon kurz nach dem Konsolenstart hatten Analysen gezeigt, dass Microsoft für die Erweiterungskarte auf eine kompakte NVMe-Lösung mit angepasster Anbindung setzt. VentureBeat dokumentierte 2020 einen entsprechenden Teardown, während weitere Berichte die Nähe zu Standard-SSDs diskutierten.
Technisch interessant, praktisch riskant
Der Reiz des Versuchs lag auf der Hand: Offizielle Erweiterungskarten waren zum Start teuer, während NVMe-SSDs und Adapter theoretisch günstiger sein konnten. Entscheidend war aber nicht nur die elektrische Verbindung, sondern auch die genaue Unterstützung von PCIe-Lanes, Geschwindigkeit, Firmware und Konsolenprüfung.
Für Endnutzer war der Umbau deshalb keine Empfehlung. Selbst wenn ein Testlauf funktioniert, bleiben Risiken wie Datenverlust, Inkompatibilität, beschädigte Hardware oder spätere Sperren durch Systemupdates. Gerade bei Speicher, von dem optimierte Series-X|S-Spiele direkt starten, ist Stabilität wichtiger als ein kurzfristiger Preisvorteil.
Aus technischer Sicht war der Versuch trotzdem aufschlussreich. Er zeigte, dass Microsofts Speicherlösung stärker auf bestehender PC-Technik aufsetzt, als das proprietäre Kartenformat zunächst vermuten ließ. Gleichzeitig erklärte er, warum zertifizierte Erweiterungskarten mehr sind als ein einfacher mechanischer Adapter.
Für XboxDev bleibt der Fall ein interessantes Beispiel für Hardware-Reverse-Engineering rund um Konsolen. Er verbindet klassische Bastlerkultur mit der Frage, wie offen oder geschlossen moderne Konsolenspeicher technisch gestaltet sind.