Der Branchenverband game sah im Januar 2020 keine unmittelbaren Auswirkungen der geplanten Glücksspielreform auf die Games-Branche. Geschäftsführer Felix Falk grenzte gegenüber GamesWirtschaft die vertretenen Spieleunternehmen von Glücksspielanbietern ab. Der Originalbericht erschien am 27. Januar.
Falk verwies auf den möglichen Gewinn von Geld oder Wertgegenständen als Unterschied zum Videospiel. Glücksspielunternehmen seien von der Mitgliedschaft im Verband ausgeschlossen. Die Aussage beschreibt die damalige Position des Verbands, nicht eine behördliche Entscheidung über einzelne Spiele oder Geschäftsmodelle.
Länder planten Erlaubnisse für Online-Angebote
Die schleswig-holsteinische Staatskanzlei hatte am 22. Januar eine Verständigung der Länder auf einen künftigen Glücksspielstaatsvertrag gemeldet. Geplant waren ein bundesweites Erlaubnismodell für virtuelle Automatenspiele und Online-Poker sowie landesindividuelle Lösungen für Online-Casinospiele. Für Erlaubnisse und Aufsicht wollten die Länder eine gemeinsame Anstalt öffentlichen Rechts aufbauen. Das war eine Reformankündigung, kein bereits geltendes neues Erlaubnisregime.
Die Abgrenzung von Videospielen und Glücksspiel war damit nicht als Debatte beendet. Bereits 2018 hatten Glücksspielaufsichten vor Skin-Wetten und Lootboxen gewarnt und Prüfungen nach den jeweiligen nationalen Gesetzen angekündigt. Die damalige gemeinsame Erklärung stufte nicht sämtliche Lootboxen einheitlich als Glücksspiel ein.
Archivhinweis: Der Beitrag beschreibt den Stand von Januar 2020, keine aktuelle Rechtsauskunft. Das Titelbild zeigt Felix Falk, Nathanael Liminski und Jörg Adami beim damaligen Auftakt der esports player foundation, nicht bei einer Veranstaltung zur Glücksspielreform.

