Die STICA-Studie zeigt einen Effekt kognitiver Verhaltenstherapie bei Internet- und Computerspielsucht. Klaus Wölfling und Kollegen veröffentlichten die Untersuchung am 10. Juli 2019 in JAMA Psychiatry.
Ausgewertet wurden 143 männliche Patienten an vier Ambulanzen in Deutschland und Österreich. Das Programm umfasste 15 wöchentliche Gruppensitzungen und bis zu acht Einzeltermine. Ziel war eine funktionale Internetnutzung.
Am Behandlungsende erreichten 50 von 72 Männern der Therapiegruppe eine Remission nach den festgelegten Kriterien des Selbstauskunftsinstruments AICA-S: 69,4 Prozent. In der Wartelistengruppe waren es 17 von 71, also 23,9 Prozent. Untersucht wurden verschiedene Internetabhängigkeiten, nicht ausschließlich Computerspielsucht.
Wartelistenvergleich und begrenzte Nachbeobachtung
Der Vergleich mit einer Warteliste belegt keinen Vorsprung gegenüber einer anderen aktiven Therapie. Die Ergebnisse lassen sich nicht auf Patientinnen übertragen. Wegen hoher Ausfälle in der Nachbeobachtung hielten die Autoren langfristige Aussagen für nicht belastbar.
Die WHO hatte Gaming Disorder im Mai 2019 in der ICD-11 bestätigt. Häufiges Spielen allein ist keine Diagnose; entscheidend sind Kontrollverlust und erhebliche Beeinträchtigungen.

