Entwickler Grimdoomer hat mit PeerPressure einen dauerhaften Softmod für bestimmte Xbox-360-Revisionen veröffentlicht. Das Verfahren erlaubt den Start unsignierten Codes ohne zusätzlichen Modchip. Anders als eine gewöhnliche Anwendung verändert es jedoch den Startvorgang der Konsole. Ein zuvor veröffentlichter anderer Softwareansatz war ABadAvatar 1.3 Beta.
Die erste öffentliche Veröffentlichung kündigte Grimdoomer am 7. Oktober an. Der Autor bezeichnet sie als erste öffentliche Fassung und stellt einen späteren Blogbeitrag mit technischen Einzelheiten in Aussicht.
Nicht jede Xbox-360-Revision ist geeignet
Die offizielle Dokumentation nennt Xenon, Zephyr, Falcon, Jasper und Trinity als unterstützt. Corona und Winchester sind ausgeschlossen, weil ihre Southbridge nach Angaben des Entwicklers eine hardwareseitige Korrektur für die ausgenutzte Schwachstelle enthält. Der Name Xbox 360 allein reicht deshalb nicht zur Prüfung der Kompatibilität.
PeerPressure setzt Änderungen am NAND-Abbild und an Sicherheitssektoren der Festplatte ein. Beim Start wird eine zeitkritische Race Condition beim Lesen dieser Sektoren ausgenutzt. Der Entwickler empfiehlt eine mechanische Festplatte: Schnell reagierende SSDs können die Zuverlässigkeit des Verfahrens beeinträchtigen. Daraus folgt keine allgemeine Aussage, dass jede SSD ausgeschlossen wäre.
Dauerhafte Änderung mit Wiederherstellungsrisiko
Eine fehlerhafte Modifikation kann Datenverlust verursachen oder den Start der Konsole verhindern. Für eine Wiederherstellung kann zusätzliche Hardware erforderlich werden. PeerPressure unterstützt außerdem weder Dashlaunch noch dessen Plugins. Das Verfahren ist kein offizielles Microsoft-Update.
Die offizielle Versionsseite führt die erste öffentliche Fassung als v1.0.477. Das öffentliche GitHub-Repository enthält Dokumentation und veröffentlichte Dateien; der Entwickler stellt den Quellcode ausdrücklich nicht bereit. PeerPressure ist damit nicht allein wegen seines GitHub-Auftritts ein Open-Source-Projekt.

