Die Qt Company hat am 11. Oktober 2018 die erste Beta von Qt Creator 4.8 veröffentlicht. Die Entwicklungsumgebung erhält damit erstmals eine experimentelle Anbindung an das Language Server Protocol.
Das Protokoll trennt sprachspezifische Funktionen vom Editor. Ein Language Server kann unter anderem die Autovervollständigung, die Navigation zu Symboldefinitionen und Diagnosen liefern. Qt Creator übernimmt diese Informationen über das neue LanguageClient-Plugin, das zunächst manuell aktiviert werden muss.
Language Server Protocol für mehrere Sprachen
Die Beta wurde vor allem mit Python getestet. Nach der Einrichtung eines passenden Servers stehen Codevervollständigung, die Anzeige des Symbols unter dem Cursor, Sprünge zur Definition und Diagnosen zur Verfügung. Syntaxhervorhebung und Einrückung bleiben zunächst beim generischen Qt-Creator-Editor, weil diese Funktionen nicht Bestandteil des Protokolls sind.
Für C++-Teams in der Spieleentwicklung und bei interaktiven Anwendungen ist die Trennung von Sprachdienst und IDE interessant, weil zusätzliche Sprachserver in derselben Entwicklungsumgebung genutzt werden können. Der frühere Qt-Bericht hatte bereits die geplante Werkzeugentwicklung rund um Qt dokumentiert.
Neue Werkzeuge für C++-Projekte
Qt Creator 4.8 aktualisiert das Clang-Code-Modell auf LLVM 7.0. Eine Compilation Database kann als Projekt geöffnet werden und enthält die Dateien eines Projekts samt Compiler-Flags. Dadurch lassen sich Codepfade auch dann untersuchen, wenn die ursprüngliche Build-Umgebung nicht direkt aus Qt Creator heraus gestartet wird.
Zusätzlich kommen experimentelle Plugins für ClangFormat und Cppcheck hinzu. ClangFormat übernimmt die automatische Einrückung, während Cppcheck seine Diagnosen im Editor anzeigt. Die offiziellen Release Notes zur finalen Version 4.8.0 führen diese Funktionen und weitere Änderungen ausführlicher auf.
Mehrere Debugger parallel
Die Debugging-Ansicht kann mehrere Debugger gleichzeitig für einen oder mehrere Prozesse verwalten. Über ein neues Auswahlmenü wechseln Entwickler zwischen den laufenden Sitzungen und den jeweiligen Ansichten. Die Open-Source-Beta steht über die Qt-Downloadseite bereit, kommerzielle Pakete werden über das Qt Account Portal verteilt.

