Microsoft hat am 4. Oktober 2018 den Beitritt zum LOT Network bekannt gegeben. Das gemeinnützige Netzwerk soll Mitglieder vor bestimmten Patentforderungen schützen. Microsoft verpflichtet sich, anderen Mitgliedern kostenlose Lizenzen zu gewähren, wenn es Patente an Unternehmen überträgt, deren Geschäft die Durchsetzung solcher Ansprüche ist.
Die Zusage knüpft damit an einen bestimmten Eigentümerwechsel an. Sie ist keine allgemeine Freigabe aller Microsoft-Patente für beliebige Nutzer und kein Schutz vor jeder Patentklage. Die Mitteilung richtet sich an Softwareentwickler und technische Unternehmen, nennt aber keine spezielle Regelung für Spielestudios.
Erweiterung einer Zusage für Azure-Kunden
Microsoft verweist auf das 2017 eingeführte Azure IP Advantage. Bereits dort hatte das Unternehmen kostenlose Patentlizenzen für Azure-Kunden zugesagt, falls es Schutzrechte an solche Patentverwerter überträgt. Der LOT-Beitritt erweitert diese Zusage auf weitere Netzwerkmitglieder.
Für Oktober 2018 nennt Microsoft knapp 300 LOT-Mitglieder und rund 1,35 Millionen abgedeckte Patente. Diese Zahlen beschreiben den damaligen Umfang, nicht die heutige Größe des Netzwerks. Die Bewertung früherer Patentforderungen als unbegründet stammt ebenfalls vom Unternehmen; sie wird hier nicht als gerichtlich festgestelltes Ergebnis übernommen.
Microsoft war zuvor der Linux Foundation als Platinum-Mitglied beigetreten. Dort ging es um Zusammenarbeit an Open-Source-Projekten. Der LOT-Beitritt betrifft dagegen Patentlizenzen beim Übergang von Schutzrechten an bestimmte Verwerter. Die beiden Mitgliedschaften gewähren nicht dieselben Rechte.

