Nach dem bestätigten Xbox-Umbau mit 268 weiteren Stellenstreichungen wird nicht nur die Zuordnung einzelner Studios diskutiert. Der frühere Microsoft-Mitarbeiter Jon Kimmich fordert in einem namentlich verfassten Gastbeitrag eine klarere Antwort darauf, für wen die Xbox-Plattform künftig stehen soll. Kimmich arbeitete nach eigener Autorenbiografie 16 Jahre bei Microsoft und leitet heute Software Illuminati.
Xbox-Umbau: Publishing-Erfolg ist nicht automatisch Plattform-Erfolg
Kimmich unterscheidet Microsofts gesamtes Spielegeschäft von der Plattformbeziehung zu Spielern und Entwicklern. Steigende Erlöse einzelner Publisher beantworteten aus seiner Sicht noch nicht, warum Kunden Hardware, Store und Dienste von Xbox wählen sollten. Seine Vorschläge sind eine externe strategische Position, keine angekündigte Microsoft-Roadmap.
Das ist besonders bei der Bezeichnung „XboxOS“ wichtig: Kimmich verwendet sie ausdrücklich als eigene Kurzform für den Betriebssystemanteil seiner Überlegungen. Der Gastbeitrag stellt damit kein offiziell unter diesem Namen angekündigtes Produkt vor.
Anonymer Mitarbeiterbericht über ambitionierte Ziele
Ein Beitrag von Aftermath zitiert einen anonym bleibenden Mitarbeiter von id Software, der die internen Vorgaben selbst vor den Entlassungen für unrealistisch hält. Die Person schildert unklare Kommunikation und schwache Stimmung. Das ist eine einzelne, von Aftermath berichtete Perspektive; überprüfbare Zielwerte werden nicht veröffentlicht. Sie lässt sich nicht als repräsentative Befragung aller Xbox-Studios lesen.
Microsoft nennt weniger Geschäftseinheiten als Ziel
Matt Booty begründet die Neuordnung in der offiziellen Mitteilung vom 22. September mit weniger Geschäftseinheiten und gebündelter Publishing-Erfahrung. Eng zusammenarbeitende Teams sollen organisatorisch zusammengeführt und die Spielemarken gestärkt werden. Die Mitteilung enthält keine konkreten Renditeziele für id Software. Sie ist auch keine gezielte Antwort auf die erst später veröffentlichte Kritik.

