USK 2018: Deutscher Jugendschutz beeinflusst internationale Spielepublisher

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) beeinflusste 2018 mit ihren Prüfungen zunehmend die Entwicklung international vertriebener Spiele. Der Bericht aus der Quo-Vadis-Konferenz erschien am 28. April und beschreibt neben klassischen Altersfreigaben auch Online-Inhalte und das internationale IARC-System.

Der Rechtsberater der USK nannte drei Arbeitsbereiche: die klassische Prüfung von Spielen, die Kontrolle von Online-Inhalten und die Beteiligung an IARC. Die International Age Rating Coalition koordiniert automatisierte Altersbewertungen für Apps und digitale Spiele in mehreren Regionen, darunter Europa, Nordamerika und Brasilien. Die USK arbeitet seit 2013 an diesem System mit.

Jugendschutz greift in die Entwicklung ein

Publisher berücksichtigten laut dem Bericht frühzeitig, welche Inhalte in Deutschland zulässig sind. Das betraf nicht nur die Vermarktung, sondern auch die Entwicklungsarbeit an Spielen, die außerhalb Deutschlands produziert wurden. Bei Gewaltdarstellungen gegen Zivilisten, verfassungsfeindlichen Symbolen und sexualisierten Darstellungen Minderjähriger konnten rechtliche Fragen die Veröffentlichung und die Altersfreigabe beeinflussen.

Als Beispiel wurde Gal Gun 2 genannt. Die USK verweigerte dem Spiel wegen der geschlechtsbetonten Darstellung minderjährig wirkender Figuren eine Jugendfreigabe. Der Fall zeigt, dass die Prüfung nicht allein auf Gewaltinhalte beschränkt war, sondern auch Darstellungen und deren Kontext bewertete.

Lootboxen zwischen Jugendschutz und Glücksspielrecht

Kostenpflichtige Lootboxen berührten nach Einschätzung der auf der Konferenz befragten Juristen mehrere Rechtsbereiche. Neben dem Jugendschutz spielten Glücksspielrecht und Verbraucherschutz eine Rolle. Behörden in Belgien und den Niederlanden stuften Lootbox-Systeme in Spielen wie FIFA und Overwatch als Glücksspiel ein und forderten Änderungen.

Für Deutschland war die rechtliche Bewertung von Lootboxen im April 2018 noch nicht abschließend geklärt. Die internationale Ausrichtung des IARC-Systems knüpfte zugleich an den früheren Ausbau der USK-Alterskennzeichen auf digitale Plattformen an. Für Entwickler und Publisher bedeutete das, Jugendschutzfragen bereits bei Design, Monetarisierung und Veröffentlichung zu berücksichtigen.

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