Microsoft Research stellte Project Zanzibar am 9. April 2018 vor. Das Forschungsprojekt besteht aus einer flexiblen, rollbaren Matte, die physische Objekte erkennt und ihre Interaktionen an ein verbundenes Gerät übermittelt. Damit soll die Grenze zwischen realen Spielobjekten und digitalen Welten durchlässiger werden.
Die Plattform kombiniert kapazitive Sensoren mit Near Field Communication (NFC). Über markierte Gegenstände kann die Matte erkennen, welches Objekt aufgelegt wurde, wo es liegt und wie es bewegt oder gestapelt wird. Die erfassten Interaktionen lassen sich per USB oder Bluetooth an einen Computer übertragen. Eine technische Beschreibung liefert das Fachpapier von Microsoft Research zur CHI 2018.
Technik für physische und digitale Spiele
Project Zanzibar arbeitet laut der offiziellen Projektübersicht eigenständig auf der Matte. NFC-Tags identifizieren die Objekte, während die kapazitive Oberfläche Berührungen und Gesten erkennt. Erweiterungen können zusätzliche Eingaben, Leuchtsignale oder eine Erkennung von Objekten oberhalb der Mattenfläche ermöglichen.
Die Microsoft-Forscher zeigten damit unter anderem ein digitales Brettspiel, bei dem Figuren und Karten Aktionen auf dem Bildschirm auslösen. Das System ist nicht auf speziell entwickelte Spielfiguren beschränkt, sondern kann auch mit handelsüblichen Objekten und einfachen NFC-Markierungen demonstriert werden.
Movie Maker und Lernanwendungen
Ein weiteres Szenario verwandelt die Matte in eine physische Schnittstelle für animierte Geschichten. Kinder können Figuren, Requisiten, Kamera und Lichtquelle auf der Fläche bewegen und dadurch eine digitale Szene steuern. Microsoft Research beschreibt außerdem einen Spielzeugkasten mit Figuren, deren Position und Nähe Dialoge oder Soundeffekte auslösen.
Neben dem spielerischen Einsatz nennt Microsoft Research Montessori-inspirierte Buchstabenübungen und einfache Programmieraufgaben mit Blöcken. Für Spieleentwickler ist besonders der Ansatz interessant, physische Objekte, Sensorik und digitale Darstellung in einer gemeinsamen Interaktionslogik zu verbinden. Project Zanzibar blieb dabei ein Forschungsprototyp und wurde nicht als fertiges Serienprodukt angekündigt.

