Linus Torvalds hat am 12. November 2017 Linux 4.14 veröffentlicht und als nächsten LTS-Kernel vorgesehen. Die Versionsmarkierung im Kernel-Repository bestätigt das Release. Seine Ankündigung beschreibt außerdem letzte Korrekturen nach dem achten Release-Kandidaten und öffnet das Entwicklungsfenster für 4.15.
128 PiB sind ein Adresslimit, kein eingebauter Arbeitsspeicher
Die Dokumentation von Linux 4.14 zu fünfstufigen Seitentabellen nennt 128 PiB virtuellen und 4 PiB physischen Adressraum. Gemeint sind binäre Einheiten und Architekturgrenzen, keine zugesicherte Speicherbestückung. Der größere Bereich setzt entsprechende Hardware und die Kernel-Option CONFIG_X86_5LEVEL voraus.
Die damalige Fassung warnt ausdrücklich: Mit dieser Option gebaute Kernel starten nur auf Hardware mit Unterstützung der Funktion. Eine automatische Umschaltung zwischen vier und fünf Ebenen war noch geplant. Diese Einschränkung darf nicht durch das Verhalten neuerer Kernel ersetzt werden.
Hohe Adressen können JIT-Annahmen verletzen
Einige JIT-Compiler nutzen laut Dokumentation hohe Zeigerbits für zusätzliche Informationen. Gültige große Adressen können damit kollidieren. Der Kernel vergibt deshalb standardmäßig keine Adressen oberhalb des 47-Bit-Bereichs. Anwendungen können größere Bereiche gezielt anfordern.
Für Build- und Testinfrastruktur folgt daraus eine konkrete Prüfung: Betriebssystem, Hardware und Speicherannahmen der eingesetzten Laufzeit müssen zusammenpassen. Die erweiterten Grenzen sind weder ein gemessener Geschwindigkeitsgewinn noch ein Nachweis, dass ein bestimmtes Spiel oder Werkzeug davon profitiert.
Bereits Linux 4.12 hatte vorläufige Unterstützung für AMD Vega und den I/O-Scheduler BFQ aufgenommen. Diese Treiber- und Scheduling-Arbeiten betreffen andere Aufgaben als die hier beschriebenen Adressgrenzen.
Archivhinweis: Der Beitrag dokumentiert den Versionsstand vom November 2017, keine heutige Kernel- oder Sicherheitsempfehlung. Das Logo der Linux Foundation dient als Symbolbild, nicht als Screenshot des Releases.

