Moon Studios hat am 13. Oktober 2017 ein Making-of zu seinen Cinematic-Werkzeugen veröffentlicht. Gennadiy Korol erläutert darin die neue Tool-Suite, die das Team für den E3-2017-Teaser von Ori and the Will of the Wisps eingesetzt hat. Laut Videobeschreibung soll sie schnelle Überarbeitungen und die Verfeinerung von Storysequenzen ermöglichen.
Eine Timeline für die eigenen Produktionssysteme
Korol beschreibt im zugehörigen Unity-Forum-Beitrag die Einbindung eigener Frameworks für Animation, Grafikproduktion, visuelle Effekte und Kameras. Dazu gehören Tiefenschärfe, Kamerawackeln und Partikel. Mehrere Einstellungen aus unterschiedlichen Szenen lassen sich nach seinen Angaben direkt in der Engine bearbeiten.
In einer Antwort vom 14. Oktober erklärt Korol, dass die enge Integration die Weitergabe des Werkzeugs erschwert. Moon Studios speichert die Timelines demnach nicht als separate Assets, sondern integriert sie direkt in Szenen und Prefabs. Das ist eine Entscheidung für die eigene Pipeline, keine allgemeine Empfehlung für Unity-Projekte.
Für die Bewertung solcher Werkzeuge ist die Wiederverwendbarkeit vom Komfort innerhalb des ursprünglichen Projekts zu trennen. Eine Oberfläche kann schnelle Änderungen erlauben und zugleich stark von internen Datenstrukturen abhängen. Aus der Vorführung allein ergeben sich deshalb weder ein übertragbarer Geschwindigkeitsgewinn noch ein Kostenvergleich mit anderen Produktionsabläufen.
Die Präsentation betrifft die Produktion des Nachfolgers von Ori and the Blind Forest, das Moon Studios 2015 für Xbox One und Windows veröffentlichte. Sie kündigt keine neue Gameplay-Funktion an. Der Beitrag dokumentiert den Werkzeugstand von Oktober 2017; spätere Aussagen aus derselben Forumsdiskussion werden nicht auf diesen Zeitpunkt zurückübertragen.

