Linus Torvalds veröffentlichte die Versionsmarkierung für Linux 4.12 am 2. Juli 2017 um 23:07 Uhr UTC. In Deutschland war es bereits der 3. Juli. Der Kernel enthält erste Unterstützung für AMDs Vega-10-Grafikchips; die Änderungsbeschreibung des zuständigen AMDGPU-Merges bezeichnet sie ausdrücklich als vorläufig.
Vega-Code ist noch keine vollständige Spielefreigabe
Der Merge nennt neben Vega 10 mehrstufige Seitentabellen, Sensordaten für Mesa und Verbesserungen beim Nachverfolgen von GPU-Aufträgen. Diese Angaben dokumentieren Arbeit am Kernel-Treiber. Sie belegen weder eine bestimmte Bildrate noch eine vollständige Freigabe aller Grafikfunktionen oder Spiele auf den neuen Chips.
AMDs Vega-Vorführung auf der Computex 2017 hatte dagegen eine Hardwaredemonstration mit Prey gezeigt. Eine Vorführung unter einem bestimmten Softwarestand und die Aufnahme von Treibercode in den freien Kernel sind unterschiedliche Nachweise. Die Hardwaremeldung darf deshalb nicht als Test der Linux-Unterstützung gelten.
BFQ priorisiert Reaktionszeit bei konkurrierenden Zugriffen
Zu Linux 4.12 gehört auch der I/O-Scheduler BFQ. Die Dokumentation dieser Kernel-Version nennt etwa Kompilierung, Dateikopien und virtuelle Maschinen als konkurrierende Hintergrundlasten. BFQ soll interaktiven Anwendungen kürzere Wartezeiten ermöglichen. In der Standardkonfiguration priorisiert er dafür Latenz vor maximalem Durchsatz.
Für Entwicklungsrechner ist dieser Unterschied relevant: Ein während eines Builds schneller reagierender Editor bedeutet nicht automatisch, dass der gesamte Build kürzer dauert. Ebenso sind Angaben der Scheduler-Entwickler keine eigenen Messungen an einem Spieleprojekt. Ob BFQ sinnvoll ist, hängt vom Speichersystem und den gleichzeitig laufenden Zugriffen ab.
Archivhinweis: Der Beitrag beschreibt Linux 4.12 vom Juli 2017, keine aktuelle Kernel- oder Sicherheitsempfehlung. Das Logo der Linux Foundation dient als Symbolbild und ist weder ein Screenshot des Kernels noch ein Vega-Produktfoto.

