Imagination Technologies hat am 10. Mai 2017 den ersten Grafikprozessor auf Basis der Furian-Architektur vorgestellt. Der zweikernige PowerVR Series8XT GT8525 ist für Smartphones, Tablets, eigenständige AR- und VR-Geräte sowie Fahrzeugsysteme vorgesehen. Die Khronos-Ankündigung zum GT8525 nennt Vulkan 1.0, OpenCL 2.0 und OpenVX 1.1 als unterstützte Rechen- und Grafik-Schnittstellen.
Imagination kombinierte die neue GPU mit einer 32-Bit-breiten ALU-Struktur und einer skalierbaren Organisation der Recheneinheiten. Gegenüber dem Series7XT GT7200 sollte der GT8525 laut Hersteller mehr als 50 Prozent höhere Bildraten im Manhattan-Benchmark und doppelte Pixel-Durchsatzleistung erreichen. Die Angaben beziehen sich auf die Auslegung des lizenzierten GPU-IP-Kerns und nicht auf ein fertiges Endgerät.
Furian für VR und Echtzeitgrafik
Für VR-Anwendungen ist die Verzögerung zwischen Kopfbewegung und Bildausgabe entscheidend. Imagination nannte deshalb eine speziell optimierte Hardware- und Softwarebasis zur Verringerung der Motion-to-Photon-Latenz. Die GPU sollte zugleich innerhalb typischer Leistungsbudgets mobiler Systeme arbeiten. Damit richtet sich der Kern an Geräte, in denen aufwendige 3D-Szenen mit begrenzter Kühlung und Akkukapazität laufen müssen.
Offene APIs für Entwickler
Neben der Grafikleistung betonte Imagination die Compute-Schnittstellen. Vulkan ist für hardwarenahes Rendering relevant, OpenCL deckt parallele Berechnungen ab und OpenVX adressiert Bildverarbeitung. Der frühere Vulkan-Beitrag beschreibt den API-Ansatz bereits als plattformübergreifenden Zugriff auf Grafik- und Rechenfunktionen. Für Entwickler von VR-Anwendungen und interaktiven 3D-Inhalten war der GT8525 damit vor allem als lizenzierbarer Baustein für mobile SoCs interessant.

